Alter Vater ist für Kind gefährlicher als alte Mutter

Auf die DNA kommt es an. Laut einer Studie sind ältere Väter "gefährlicher" für Kinder als alte Mütter.
Auf die DNA kommt es an. Laut einer Studie sind ältere Väter "gefährlicher" für Kinder als alte Mütter.Bild: iStock
Autismus, Schizophrenie: Geht es nach Forscher Kari Stefansson liegt das höchste Risiko, Mutationen auf Kinder zu übertragen, am Alter des Vaters - nicht der Mutter.
Frauen ab 40, die schwanger werden, müssen sich in unserer Gesellschaft oft schräg anschauen lassen. Meist hören Sie die unverschämte Frage: "Bist du nicht zu alt – und ist das nicht ein zu großes Risiko für das Kind?"



"Das Alter der Mutter ist "nur" eine Gefahr betreffend Down Syndrom", sagt der isländische Genforscher und Mitbegründer von deCode Genetics, Kari Stefansson. "Die Risiken für den Nachwuchs an Autismus, Schizophrenie oder Depressionen zu erkranken, liegen im Alter des Vaters", so der Forscher weiter.

„Frauen sind vor allem für Trisomien verantwortlich, also für Krankheiten, bei denen ein Chromosom drei- statt zweifach vorliegt", sagt Stefansson. „Fast alle anderen Krankheiten oder Behinderungen, die aufgrund kleiner Änderungen im Erbgut neu in einer Familie auftreten, gehen auf das Konto der Männer." Ein 40-jähriger Vater, so Stefánsson, gibt an seinem Nachwuchs drei Mal so viele Mutationen weiter wie ein 20-jähriger Vater.

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Der Gen-Forscher hat bereits 2012 das Erbgut von 78 Familien entschlüsselt. Als Vergleichsgruppe dienten rund 1.800 gesunde Isländer. Die Studie ist Teil des weltweit größten Projekt zur Untersuchung vom Zusammenhang zwischen Krankheiten und seltenen Genvariationen des isländischen Unternehmens. Die Auswertungen zeigen, dass 97 Prozent der bei den Kindern auftretenden Mutationen mit dem Alter der Väter in Verbindung stehen. In Spanien sorgen seine laufenden Forschungsergebnisse derzeit für heftige Diskussionen.



Auch ähnliche Untersuchungen zeigen , dass Kinder alter Väter ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Gehirns aufweisen. Eine israelische Studie an 403.486 Jugendlichen belegt: Das Risiko eines Mannes, Vater eines autistischen Kindes zu werden, steigt bis zum 50. Lebensjahr von 6 zu 10.000 auf 5 zu 1.000. Das bedeutet: Jedes 200. Kind von Senior-Vätern erkrankt an Autismus.



Trotz der Erkenntnis sollten sich auch ältere Paare mit Kinderwunsch keine unbegründeten Sorgen machen, ihr ungeborenes Kind einem Risiko auszusetzen. „Das Risiko bliebt immer noch ein ziemlich kleines Risiko. Außerdem ist es nicht beispiellos, dass eine biologische Abweichung in einem Sinne vorteilhaft und nur in einem anderen Sinne gefährlich ist", so Stefansson.

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(isa)

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