Österreich

Kärntner 15 Jahre nach Raub verhaftet

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:09

Für einen Kärntner haben 15 Jahre nach einem brutalen Raubüberfall auf eine Geschäftsfrau und ihre siebenjährige Tochter in der Oststeiermark die Handschellen geklickt. Der Mann soll damals als Komplize eines italienischen Täter-Trios für Waffen und das Fluchtauto gesorgt haben.

Mit dem Mann glaubt die Polizei in dem Raubüberfall im September 1998 das fehlende Bindeglied zwischen Opfer und Täter gefunden zu haben. Die damals 33-jährige Ehefrau eines Automatenverleihers war in dessen Büro von drei vorerst unbekannten Männern überfallen worden. Die Täter schlugen mehrfach auf den Kopf des Opfers ein und fesselten sowie bedrohten es mit Faustfeuerwaffen.

Tochter musste alles mitansehen

Laut Ermittler Gerald Kahr sei das Gesicht der Frau "von der Stirn bis zum Kinn eine Ebene gewesen". Die siebenjährige Tochter musste alles mit ansehen und wurde ebenfalls gefesselt. In den Tresor kamen die Räuber jedoch ohne den Schlüssel nicht, deshalb mussten sie sich mit etwas Schmuck begnügen.

Innerhalb von drei Wochen hatte die Polizei damals die drei verdächtigen Italiener, die laut Ermittler Gerald Kahr einer mafiaähnlichen Organisation angehörten, ausgeforscht. Zwei von ihnen wurden in Padua zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, der dritte Täter wurde vor seiner Verhaftung bei einem Überfall in Italien erstochen.

Schon damals war den Ermittlern klar, dass es einen Zusammenhang zwischen der Opfer-Familie aus Bairisch Kölldorf (heute Bezirk Südoststeiermark) und den italienischen Tätern geben muss. Als die Männer nun bedingt aus der Haft entlassen wurden, nannten sie den Ermittlern den damals 27-jährigen Kärntner aus dem Bezirk Völkermarkt. Er hatte früher offenbar kriminelle Geschäfte mit dem Trio gemacht und soll Auftrags- und Beitragstäter des Überfalls auf die Geschäftsfrau gewesen sein.

Verdacht erhärtete sich im März

Der heute 42-jährige Verdächtige soll den Automatenverleiher über einen Freund in einem Lokal in Kärnten kennengelernt haben. Wegen dessen Tätigkeit dürfte er große Beute gewittert haben. Als sich im März der Verdacht gegen den Kärntner erhärtete, tauchte er unter. Vergangenen Freitag gelang den Behörden schließlich die Festnahme des Verdächtigen. Er leugnete einen Zusammenhang mit dem Raubüberfall und meinte, die Italiener wollten sich an ihm wegen der gemeinsamen vergangenen Geschäfte rächen. Er sitzt in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft.

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