Die Tokio-Hotel-Zwillinge Bill und Tom Kaulitz haben in der ZDF-Sendung "Aspekte" erschütternde Erinnerungen an ihre Jugend geteilt. Vor die Wahl gestellt, ob sie lieber nie wieder Musik machen oder in ihrem Heimatdorf Loitsche bei Magdeburg leben würden, fiel die Antwort eindeutig aus: Musik aufgeben, bevor sie jemals zurückkehren.
"Ja, Leute wollten auf uns draufpinkeln und uns die Zähne austreten. Das war schon krass. Da war ein extremer, extremer Hass", erinnert sich Bill Kaulitz an die damalige Zeit. Tom habe Dreadlocks und ein "Nazis raus"-T-Shirt getragen, er selbst schwarze Haare, Make-up und lackierte Fingernägel. "Und da waren die Leute natürlich sehr überfordert, gerade zu der Zeit."
Wie gala.de meldet, kommentiert Tom Kaulitz die schlimmen Erlebnisse heute mit Galgenhumor: "War eine aufregende Zeit ..." In der Sendung "Kulturkampf in Sachsen-Anhalt" beschreibt er sein Heimatdorf drastisch: "Loitsche war Gefängnis." Freiheit habe für ihn bedeutet, sich in die S-Bahn zu setzen und nach Magdeburg zu fahren.
Die Brüder verarbeiten ihre Kindheit auch in ihrer Netflix-Serie "Kaulitz & Kaulitz", deren dritte Staffel kürzlich erschienen ist. Die Aspekte-Sendung thematisiert vor der Landtagswahl am 6. September die Frage, was mit Kunst und Kultur passiert, wenn die AfD regiert. Für Bill und Tom steht jedenfalls fest: Ihre alte Heimat werden sie nie wiedersehen.