Kein Arzt mehr im Dorf

In den kommenden zehn Jahren werden laut Ärztekammer mehr als die Hälfte der Hausärzte in unserem Bundesland in Pension gehen. Spätestens dann brennt der Hut: Denn schon jetzt finden sich kaum Nachfolger für Praxen in entlegenen Gebieten. Vor allem die älteren Dorfbewohner stellt das Landarztsterben vor große Probleme!

Was tun, wenn der Doktor nach 25 Jahren plötzlich nicht mehr kommt, wenn man alt ist, im Bett liegt, keinen Führerschein hat? Jedes Mal extra die Rettung rufen, auf Kosten der Steuerzahler 100 Kilometer ins Spital fahren? Dieses Horrorszenario droht für Bewohner entlegener Gegenden bald wahr zu werden: Im nördlichen Waldviertel, aber auch im Voralpenland, finden Landärzte keine Nachfolger.

Im gesamten Bezirk Waidhofen an der Thaya etwa gibt es schon jetzt nur 19 praktische Ärzte mit Kassenvertrag. Dass die Jungmediziner nicht aufs Land wollen, wundert wenig: Laut Ärztekammer rechnet sich der Ordinationsbetrieb kaum bis gar nicht, vor allem seit der Gesetzgeber 2006 die Hausapotheken – bisher oft gute Geldquellen – streng reglementiert hat. Auch die derzeitige Ausbildungssituation bietet Jungärzten wenig Anreiz, ihre Zukunft am Land zu sehen.

Hier, so die Kammer, sollte der Bund Geld in die Hand nehmen – etwa um Turnusplätze direkt bei Hausärzten zu finanzieren!

Lisa Steiner

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