Eine 86-Jährige aus Sankt Pölten leidet laut Sohn an fortschreitender Altersdemenz und massiven Angststörungen. Zwei Mal brachte der Sohn, der selbst im Gesundheitsbereich tätig ist, seine Mutter bereits ins Universitätsklinikum Sankt Pölten.
"Dabei wurde sie nie ausreichend neurologisch begutachtet, die Vitalfunktionen wurden gecheckt und mit dem Befund "Vitalfunktionen in Ordnung" wurde sie jeweils nach rund einer halben Stunde per Rettung nach Hause gebracht. Meine Mutter braucht eine stationäre Behandlung", so der Niederösterreicher.
Auch ein Anruf beim psychiatrischen und neurologischen Krankenhaus Mauer brachte nichts ein: "Ich wurde quasi gefragt, ob ich wahnsinnig sei, eine Aufnahme in Coronazeiten und während des Lockdowns zu fordern", sagt der enttäuschte und besorgte Krankenpfleger.
"Alles ist auf Corona fixiert, der Rest geht unter. Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen Langzeitfolgen erleiden oder gar sterben, weil sie eben nicht ordentlich behandelt werden. Ich kann diese Ausreden wie "Es wird alles nachgeholt" nicht mehr hören", meint der Pfleger frustriert. Die Mutter sei mittlerweile auch Corona positiv, aber mit sehr mildem Verlauf. "Ob negativ oder milder Verlauf hatte meines Erachtens null Einfluss auf eine Aufnahme. Ja, mit starkem Verlauf wäre sie halt auf der Intensiv gelandet. Aber mit anderen Erkrankungen hast Du im Moment kaum eine Chance", so der Sohn weiter
Bernhard Jany, Sprecher der Landesgesundheitsagentur NÖ, meinte zum Fall: "Ich kann ad hoc nichts sagen dazu. Ich versichere jedoch, dass wir uns den Fall genau ansehen werden und wenn nötig handeln werden."