Ihre Eltern schaffen es kaum, finanziell über die Runden zu kommen. Sind die Miete, Energiekosten und Lebensmittel bezahlt, bleibt armutsgefährdeten Familien in Österreich kaum mehr Geld übrig, um die Wünsche ihrer Kinder zu erfüllen. Vor allem für Jugendliche geht es beim Einkaufen nicht in erster Linie um Geld, sondern darum, dazugehören zu wollen.
"Meine älteste Tochter trifft sich gerne mit ihren Freundinnen. Mittlerweile gehen die Mädchen öfters Shoppen, da kann sie aufgrund der finanziellen Situation nicht immer mit", berichtet eine Wienerin. Noch heftiger erlebt das die Teenager-Tochter einer Alleinerzieherin aus Oberösterreich. "Durch unsere angespannte finanzielle Situation ist bei meinem Kind sogar der Kontakt zu Freundinnen abgebrochen. Die Unternehmungen sind immer mit Konsum verbunden. Da hat meine Tochter seit der Verschlechterung unserer finanziellen Situation leider den Anschluss verloren." Die Jugendliche ist nun mehr daheim. "Hin und wieder geht sie mit Nachbarn eine Runde um den Häuserblock", so ihre Mama weiter.
Bestimmte Outfits machen einen großen Teil der Zugehörigkeit unter Jugendlichen aus. "Ich habe Angst davor, dass die Kinder aufgrund ihrer Kleidung ausgegrenzt werden. Meine Söhne mussten Mobbing in der Schule schon erleben", berichtet eine Tiroler Mama. Damit ist sie nicht alleine. Auch eine Wienerin kennt diese Ausnahmesituation: "Mein 13-jähriges Kind hat wirklich unter der Situation gelitten."
Die Volkshilfe Österreich hat im Rahmen ihrer Hilfs-Aktion "Existenzsicherung", bei denen armutsgefährdete Kinder ein Jahr lang 100 Euro pro Monat bekommen, herausgefunden: Jugendliche stellen Freizeitgestaltung und Alltagswünsche dennoch hinten an, wenn die Familie kaum auskommt. "Ich dachte mir, wenn’s jetzt nicht in Erfüllung geht, auch ok. Meine Mutter braucht das Geld, damit wir Essen haben", erzählt Nadine (15).