Kein Geld für Firmen: Viele Schultransporte vor Aus

Der Finanz-Motor vieler Personenbeförderungs-Unternehmen in NÖ und Bgld. ist ins Stottern geraten. Seit Juli hat ein Teil der 280 Betriebe kein Geld für Schülertransporte erhalten.

Tag für Tag bringen Unternehmer wie Christian Knoll aus Kaltenleutgeben (NÖ) Kinder, die an kein Öffi-Netz angebunden sind, mit privaten Fahrzeugen (von 8-Sitzern bis 50-Sitzern) sicher und pünktlich zur Schule. Für Eltern ist dieser Service im Rahmen der Schülerfreifahrt kostenlos.

Minus 20.000 Euro für Unternehmer

Doch viele Chauffeur-Betriebe, vor allem kleinere, haben jetzt ein echtes Problem: Es fließt kein Geld von Bund und Land. „Und die Banken meinen, dass der Fuhrpark keine ausreichende Sicherheit wäre und geben uns auch kein Geld. Bei einigen Tausenden Euro im Monat, sind das gut 20.000 Euro, die wir nicht erhalten haben", so Knoll weiter. Der letzte Eingang für Schul-Transporte war im Juli 2017.

Vorschüsse als Rettungsanker?

Herwig Czizek, vom Finanzamt NÖ, Bgld. (AVOG) ist Teamleiter für Schülerfreifahrten und erklärt: „Das Problem liegt in der zweiprozentigen Preiserhöhung. Bisher musste nur das Familienministerium zustimmen, seit heuer auch das Finanzministerium. Und deren O.K. fehlt. Wir werden aber den vielen, betroffenen Unternehmen demnächst Vorschüsse gewähren."

Bald keine privaten Schultransporte?

Der Grund für die Verzögerung der Zustimmung wird in der noch nicht fixierten Regierung vermutet. „Erhalten wir im November auch kein Geld, werden wir die Fahrten einstellen müssen - davon wären Tausende Kinder betroffen", so Unternehmer Knoll. Denn: "Es kann nicht sein, dass es immer heißt, die Klein- und Mittelunternehmen müssen gefördert werden und dann rührt keiner mehr einen Finger, nur weil unklar ist, wie die nächste Regierung aussieht", sagt Knoll verärgert. Aus dem Bundesministerium für Finanzen heißt es dazu: "Wir haben großes Interesse an einer raschen Lösung im Sinne der Schülerbeförderung und arbeiten auch zügig daran."

Private Schultransporte

wurden bis 2004 über die Finanzlandesdirektion abgerechnet, jetzt über die AVOG (frei übersetzt: Finanzamt für spezielle Aufgaben). Der Transport-Unternehmer erhält Geld pro Kilometer und für die Größe des Fahrzeuges.



J. Lielacher
(Lie)

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