"Wir konnten in den vergangenen Wochen intern schrittweise Lockerungen vornehmen. Nun können wir auch extern erste Öffnungsschritte vornehmen, zur schrittweisen Wiederherstellung der Reisefreiheit", sagt Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch. Der Regierung sei "völlig bewusst, dass die Reisefreiheit ein wesentliches Thema ist", es gehe dabei nicht nur um den Urlaub oder Geschäftsreisen sondern auch um Besuche von Familienangehörigen, von denen man seit Wochen getrennt war.
"Reisen in Zeiten der Globalisierung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit", so Schallenberg. Deswegen gebe es nun einen ersten Schritt der Reisefreiheit, der Österreichs direkte Nachbarn betreffe. "Wir sind heute übereingekommen, die Corona-bedingten Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn einzustellen", so Schallenberg.
„"Wir kehren also für diese Länder zur Vor-Corona-Situation zurück – das bedeutet konkret, keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse bei der Einreise nach Österreich"“
Die Corona-Kontrollen werden demnach zu diesen Ländern schon am Donnerstag fallen. "Wir kehren also für diese Länder zur Vor-Corona-Situation zurück – das bedeutet konkret, keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse bei der Einreise nach Österreich", so der Minister. Und Italien? "Unser Ziel ist klar: Eine Öffnung zu Italien, sobald die Zahlen es zulassen", so Schallenberg. Italien sei zwar "ein bedeutender und eng befreundeter Nachbar", die Öffnung aber in diesem Moment noch nicht möglich.
"Wir sehen, dass sich die Situation auch in Italien deutlich verbessert hat und einzelne Regionen– wie beispielsweise das Südtirol – schon gute Covid-19-Zahlen vorweisen können", so Schallenberg. "Deswegen möchte ich auch festhalten, dass wir den Vorschlag aus Bozen, wonach gegenüber italienischen Regionen geöffnet werden könnte, die eine positive COVID-19 Entwicklung vorweisen, sehr ernst nehmen und daher schon nächste Woche die nächste Evaluierung vornehmen werden."
„"Wir haben im Außenministerium nämlich sehr wenig Lust, im Sommer eine neue Rückholaktionstarten zu müssen."“
Die Entscheidungen seien als erster Schritt zur Reisefreiheit zu sehen, dem weitere Öffnungen "natürlich folgen" würden. Man werden den "Radius der Reisefreiheit stufenweise erweitern", schon in wenigen Tagen könnten weitere Schritte folgem hieß es im Pressefoyer zum Ministerrat. "Wir haben immer gesagt, dass wir die Maßnahmen so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig aufrechterhalten wollen. So wie bei den Lockerungsmaßnahmen nach innen, dürfen wir auch hier nicht riskieren, all das, was wir uns im März und April so hart erarbeitet haben, leichtfertig aufs Spiel zu setzen", so der Außenminister.
Bei Auslandsreisen gelte daher "noch mehr als in der Vergangenheit ein Appell an den Hausverstand und die Eigenverantwortung": "Wir alle haben im März erlebt, wie schnell alles kippen kann. Dass innerhalb von einem Tag, Flughäfen und Grenzen geschlossen oder Quarantäne-Maßnahmen verhängt werden können." Wer dennoch ins Ausland fahren wolle oder müsse, sollte sich "daher das gut überlegen und besondere Vorsicht walten lassen". Die Empfehlung laute, weiterhin auf nicht notwendige Reisen zu verzichten und den Urlaub in Österreich zu verbringen. Nachsatz: "Wir haben im Außenministerium nämlich sehr wenig Lust, im Sommer eine neue Rückholaktionstarten zu müssen."