Der Personalmangel in der Gastronomie erwischte den "Eissalon Julia" in Mürzzuschlag (Stmk.) eiskalt. Das beliebte Geschäft im Ortszentrum sucht seit Monaten erfolglos Verstärkung. Nun entschied sich Geschäftsführer Georg Achatz für einen drastischen Schritt: Gäste werden hier nicht mehr bedient.
Die Besucher dürfen sich mit ihrem Eis zwar weiterhin in den Gastgarten setzen, es gibt hier aber kein Service. "Wir mussten uns entscheiden: Entweder wir sperren gar nicht auf oder wir machen Selbstbedienung", begründet der Salon-Besitzer seine Entscheidung in der "Kleinen Zeitung". Achatz hat bereits das AMS wegen Fachkräften kontaktiert, aber "es hat sich niemand gemeldet."
Erst hatte der Chef geplant, Eisbecher und Bananensplits "to go" anzubieten, wie eine normale Eistüte. "Aber das haben die Leute gar nicht verstanden." Jetzt muss man die größeren Eis-Kreationen direkt an der Vitrine abholen. Sie werden "aus Sicherheitsgründen" außerdem nicht mehr in Glas-Geschirr serviert, sondern auf Plastiktellern.
Bei den Gästen stößt die Umstellung auf kein großes Verständnis. Auf Facebook erklärt Achatz deshalb: "Es tut uns sehr leid, dass Ihr mit der Selbstbedienung nicht zufrieden seid. Da keine Arbeitskräfte (Fachpersonal) zu finden waren, mussten wir uns schweren Herzens dazu entschließen, auf kompostierbare Becher und Selbstbedienung umzustellen."
Die Antworten darauf fallen durchwachsen aus. Manche schlucken die Umstellung eiskalt, andere äußern sich kritisch, wie etwa eine Userin: "Restaurants haben auch Personalmangel und machen deswegen auch keine Selbstbedienung und nehmen Plastikgeschirr."
Auch die höheren Preise für das Eis stoßen vielen sauer auf, jede Kugel kostet heuer 20 Cent mehr, bei den Eisbechern gibt es einen Aufschlag von 60 bis 80 Cent. Weil der Schlagobers so teuer geworden ist, muss auch Achatz seine Preise anpassen, erklärt er. "Wir machen trotzdem 50 Prozent weniger Geschäft als im Vorjahr."