Die Bundeshauptstadt Wien ist bekannt für das besonders gut ausgestattete Gesundheitssystem, vor allem was die Spitalskapazitäten anlangt. Dass selbst dieses an manchen Tagen aber nicht davor gefeit ist, an seine Belastungsgrenzen zu kommen, auch unabhängig von der Corona-Pandemiesituation, zeigt eine dringende und zugleich eher ungewöhnliche Überstellung eines Herzinfarkt-Patienten am Freitag von Wien nach Oberösterreich.
Ein knapp 60-jähriger Mann, bei dem eine akute Herzerkrankung diagnostiziert worden war, war im Hanuschkrankenhaus (Wien-Penzing) versorgt worden und benötigte dringend einen herzchirurgischen Eingriff. Dieser soll laut ersten Informationen jedoch in ganz Wien mangels verfügbarer Ressourcen nicht möglich gewesen sein.
Dieser Umstand machte es notwendig, dass der ÖAMTC-Rettungshubschrauber Christophorus 9 abheben und den lebensbedrohlich erkrankten Patienten ins oberösterreichische Krankenhaus Wels, welches allerdings über eine sehr gute Herz- und Gefäßchirurgie verfügt, transportieren musste, wo die Operation schließlich durchgeführt werden konnte.
Eine Sprecherin des Spitals dazu: "Jeden Freitag übernimmt die Stroke Unit des Hanusch Krankenhauses alle akuten Wiener Patient*innen mit Herzinfarkt oder Schlaganfallsymptomen. Das ist wienweit so geregelt und garantiert die beste Versorgung. Das ist auch in diesem Fall erfolgt.Bei dem Patienten wurde wegen eines akuten Koronarsyndrom im Hanusch Krankenhaus eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt. Dabei wurde eine schwere Herzgefäßerkrankung diagnostiziert, für die eine akute Bypass-Op dringend notwendig war. Daraufhin wurden die umliegenden Herzchirurgien kontaktiert, die aber so schnell keine Kapazitäten freihatten. Im KH Wels war eine Operation möglich, da wir keine Zeit verlieren wollten, wurde der Patient überstellt. Die Kooperation mit den Wiener Herzchirurgien funktioniert sehr gut, sodass wir nur in seltenen Fällen Patient*innen in ein anderes Bundesland überstellen müssen."