Kein Sex in Ehe – da zeigte unzufriedener Mann Frau an

"Kein Sex in Ehe": Ehefrau (50) vor Gericht mit Anwalt Florian Höllwarth
"Kein Sex in Ehe": Ehefrau (50) vor Gericht mit Anwalt Florian Höllwarthprivat
Wegen Verweigerung des ehelichen Beischlafes landeten jetzt eine Frau (50) und ihr Ehemann vor Gericht. Sie soll ihn gestoßen, er ihr gedroht haben.

Eine schrecklich nette Familie – mit Betonung auf schrecklich – sah sich jetzt am Landesgericht St. Pölten wieder: Eine 50-Jährige aus dem Bezirk Tulln musste wegen Körperverletzung, ihr Ehemann wegen gefährlicher Drohung auf die Anklagebank. 

Kein Sex vor und in Ehe

Kein Sex vor und während der Ehe brachten den 55-Jährigen um den Verstand: Immer wieder soll er von seiner Frau vor der Ehe den Beischlaf gefordert haben. Doch die 50-Jährige vertröstete ihn auf die Zeit nach der Hochzeit. 

Doch auch nach der Heirat soll die 50-Jährige nicht wirklich Lust bekommen haben, vielmehr soll sie ihren Liebsten ständig vertröstet haben: Migräne, Regel, krank, dann wieder starke Migräne – all dies soll sie laut der Schilderung des Ehemannes immer wieder vorgebracht haben.

Alkohol statt Sex

Aus Frust soll sich der 55-Jährige dann vermehrt mit Alkohol getröstet haben, was wiederum die Ehefrau störte. Zum Eklat kam es schließlich, als er eines Abends betrunken nach Hause kam und wieder einmal Sex von seiner Frau einforderte. Sie wies ihn erneut ab. Daraufhin soll der Mann laut Anklage gedroht haben: "Wenn wir keinen Sex haben, gehe ich in die Küche, hole ein Messer und steche Dich ab".

Die bedrohte 50-Jährige flüchtete daraufhin ins Obergeschoß des Hauses, sperrte sich in einem Zimmer ein. Der 55-Jährige hetzte hinterher, wollte die Gattin zur Rede stellen. Die Frau öffnete die Türe nur einen Spalt, der 55-Jährige fiel daraufhin über die Holzstufen, zog sich Beulen am Kopf sowie Prellungen zu. Der psychisch und physisch verletzte Österreicher leckte kurz seine Wunden und legte sich daraufhin im Erdgeschoß schlafen.

Gegenseitige Anzeigen

Wechselseitige Anzeigen wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung und mühsame Einvernahmen bei der Polizei folgten. Laut Ehefrau soll der 55-Jährige alkoholisiert gestürzt sein, der Gatte jedoch behauptete, von ihr über die Stufen gestoßen worden zu sein. Und: Der 55-Jährige wollte seine Gattin samt Stiefsohn (über 30) aus dem Haus haben, wollte danach die Scheidung.

Freispruch für sie, Strafe für ihn

Jetzt kam es im Landesgericht Sankt Pölten zum Showdown: Der 55-Jährige kreuzte ohne Anwalt auf, die Frau ließ sich von Anwalt Florian Höllwarth vertreten. Der listige Advokat erreichte für seine Mandantin einen Freispruch vom Vorwurf der Körperverletzung (Holzstiegen-Sturz, Anm.), der Gatte dürfte jetzt noch unglücklicher sein: Sechs Monate bedingte Haft wegen gefährlicher Drohung (nicht rechtskräftig) und noch immer keine Aussicht auf ehelichen Beischlaf.

Übrigens: Die Frau wohnt noch immer beim 55-Jährigen - eine glückliche Beziehung sieht vermutlich anders aus.

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