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Kein Winterschlaf - Den Bären ist zu warm!

Heute Redaktion
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Bild: Vier Pfoten Knöpfer

Drei von sieben Braunbären im von Vier Pfoten geführten Bärenwald Arbesbach verhalten sich seit Wochen "mustergültig". Das heißt: Sie schlafen! Und zwar seit Anfang Dezember und ohne Unterbrechung. Der Rest der Truppe verschläft zwar auch den Großteil der Zeit, schaut aber immer wieder neugierig aus den Höhlen heraus.

verhalten sich seit Wochen "mustergültig". Das heißt: Sie schlafen! Und zwar seit Anfang Dezember und ohne Unterbrechung. Der Rest der Truppe verschläft zwar auch den Großteil der Zeit, schaut aber immer wieder neugierig aus der Höhle heraus.

Tägliche Kontrollgänge außerhalb der Höhle müssen anscheinend drin sein: Sie dienen der Wetterbeobachtung und der Einschätzung des dafür angemessenen Verhaltens. Und: der Winter scheint diese Gruppe noch nicht recht überzeugt zu haben.
Kein überzeugender Winter

Während üblicherweise der Jänner die kältesten Tage des Jahres im Waldviertel parat hält, sind sich heuer noch nicht einmal -10° C ausgegangen. Der Schnee der letzten Woche ist größtenteils wieder verschwunden, und an vielen Stellen wagt sich frisches Grün durch die Streudecke. Insgesamt also .

Für wild lebende Tiere gefährlich

"Problematisch sind diese milden Temperaturen für unsere Bären nicht", so Sigrid Zederbauer, Zoologin im Bärenwald Arbesbach. Solange genug Fettreserven da sind bzw. wenn die regelmäßige Zufütterung gewährleistet ist, können winterruhende Tiere auch einfach auf diesen Energiesparmodus verzichten. Für wild lebende Tiere allerdings, die nicht auf Reserven (wie z.B. Fettdepots am Körper und gebunkerte Nahrung) zurückgreifen können, ist so ein Winter mitunter bedrohlich.
Lange Zeit galten die Überwinterungsstrategien als starre Muster, die Wissenschaft unterschied zwischen Winterruhe und Winterschlaf. Heute geht man eher davon aus, dass die Übergänge dazwischen fließend sind und Tiere oft gerne kurzfristige Möglichkeiten nutzen.

Der Bärenwald Arbesbach ist eine von mehreren Bärenauffangstationen der international tätigen Tierschutzstiftung Vier Pfoten. Zu Ostern öffnet er wieder seine Pforten und bietet Tierfreunden die Möglichkeit, diese faszinierenden Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.