"Vermieter gibt mir keine Wohnung, weil ich Koch bin"

In Wien eine Wohnung zu finden ist kein Leichtes. Noch dazu scheinbar, wenn man Nobel-Koch ist und der Vermieter wenig Vertrauen in den "Corona-Plan" der Regierung hat.

Schon seit längerem ist Benjamin Zeppelzauer (25) auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Täglich blättert er daher durch die Wohnungsanzeigen, durchforstet den Online-Immobilienmarkt. Am Dienstag stößt er plötzlich auf eine Annonce für eine "wunderschöne Wohnung im Wiener Szeneviertel", gemeint ist die Gegend rund um den Augarten (Wien-Leopoldstadt). Mit ihren 35 Quadratmetern ist die Wohnung zwar nicht sonderlich groß, liegt aber perfekt in der Nähe seines Arbeitsplatzes und der Wohnung seiner Eltern.  

"Kein AMS, keine Künstler, keine Gastro"

"Freue mich auf jede Bewerbung", schreibt der Vermieter in der Anzeige. Und abschließend: "Gehaltsnachweis, Fixanstellung und Haftung verstehen sich von selbst." Kein Problem, denkt sich Zeppelzauer. Der junge Mann arbeitet schon seit längerem als Koch in einem 5-Sterne-Hotel. Daher denkt er sich auch nichts dabei, als er dem Vermieter seine persönlichen Daten schickt, um einen unverbindlichen Besichtigunstermin zu vereinbaren.

Groß war die Überraschung, als schon kurz darauf ein Antwortmail in seinem Postfach landet – umso größer, als er die (wenigen) Zeilen liest: "Die Tourismusbranche wird sich wahrscheinlich bis 2021 nicht erholen. Sorry, kein AMS, keine Künstler und keine Gastro. Mit freundlichen Grüßen." Die beschriebene Freude über jede Bewerbung war wohl nachweislich nur eine Floskel.

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