Fussball

Keine Lizenz, aber "Quantensprung" bei der Austria

Die Wiener Austria muss erneut um die Bundesliga-Lizenz zittern. Wie vor einem Jahr wurde die Spielgenehmigung in erster Instanz verweigert. 
Heute Redaktion
14.04.2022, 11:25

Der Senat 5 der Bundesliga verweigerte den "Veilchen", sowie den Young Violets, die in der 2. Liga aktiv sind, die Lizenz für die kommende Saison. Sowohl aus rechtlichen, als auch aus finanziellen Gründen. Darüber hinaus wurde wegen einer Fristverletzung im Lizenzierungsverfahren 2021, als der Jahresabschluss nicht fristgerecht einlangte, ein Vier-Punkte-Abzug verhängt. Außerdem erhielt die Austria eine Geldstrafe in der Höhe von 20.000 Euro. 

Krisch: "Nachvollziehbar"

Nach dem Investoren-Einstieg der Gruppe rund um den Bald-Sportvorstand Jürgen Werner kam die Lizenzverweigerung etwas überraschend. Nicht allerdings für Vorstand Gerhard Krisch. "Aufgrund der Komplexität und Einmaligkeit des Investoren-Einstiegs ist es nachvollziehbar, dass die Bundesliga weitere Rückfragen an uns stellt", erklärte der violette AG-Vorstand. "Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Themen rechtzeitig klären können und hoffen auf einen positiven Bescheid in zweiter Instanz", schloss Krisch. 

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Die Baustellen der Austria sind jedenfalls offensichtlich. Die zehn Millionen Euro, die von Investorenseite in den Klub flossen, wurden dringend benötigt. Denn über die Zukunft des "strategischen Partners" Insignia ist nach wie vor nicht entschieden. Und auch Gazprom wurde in den letzten Wochen zum Austria-Problem. Das russische Gas-Unternehmen pumpte Millionen in den violetten Nachwuchs. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde das Logo von den Dressen der Young Violets genommen, nicht aber von den Trikots der Nachwuchsteams. 

"Quantensprung" bei der Austria

Trotz der Lizenzverweigerung in erster Instanz kommen von Seiten der Bundesliga positive Töne, die auch am Verteilerkreis gehört werden. "Wenn wir zurückdenken, in welcher Situation die Austria vor einem Jahr war, ist das schon ein Quantensprung, wie gut alles funktioniert", gab Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer bei "Laola1" zu Protokoll. "Wir sprechen davon, dass jetzt schon die Saison von Juli 2022 bis Juni 2023 geplant werden muss – es ist klar, dass das nicht von einem auf den anderen Tag geht. Nach meinem Wissensstand ist die Lage schon weitaus besser als vor einem Jahr", ergänzte Ebenbauer. 

Im Frühjahr 2021 standen die Wiener bekanntlich vor dem Abgrund. Sieben Millionen Euro fehlten in den violetten Kassen. Nur das Eingreifen von Gönnern und Sponsoren, federführend dabei war Vizepräsident Raimund Harreitzer, sicherte den "Veilchen" das Überleben. Der Schuldenberg war damals 78 Millionen Euro groß.

Rechtliche Nachfragen

Nun haben sich die Vorzeichen umgekehrt. Die rechtlichen Bedenken der Liga dürften sich beseitigen lassen. "Im Zuge eines Umstrukturierungsprozesses in der gesamten Struktur besteht die eine oder andere Nachfrage, wie sich diese Unternehmensstruktur zusammensetzt", führte Ebenbauer aus, ohne allerdings ins Detail zu gehen.

Die Wiener können nun innerhalb von acht Tagen einen Einspruch gegen das erstinstanzliche Urteil einlegen, werden dies auch machen. Genauso wie gegen den Punkteabzug...