Österreich

Keine Wohnung, Mütter müssen am Campingplatz übernachten

Trennung, Krankheit und Teuerungswelle: Allein in Innsbruck gibt es derzeit 187 obdachlose Frauen mit 52 Kindern.

Christine Ziechert
Viele Alleinerzieherinnen können sich eine Wohnung nicht mehr leisten (Symbolbilder).
Viele Alleinerzieherinnen können sich eine Wohnung nicht mehr leisten (Symbolbilder).
iStock

Trennung, Krankheit, zu wenig leistbarer Wohnraum und nun auch noch die Teuerungen: Für viele Alleinerzieherinnen wird die finanzielle Lage immer prekärer. Allein in der Tiroler Bundeshauptstadt Innsbruck sind derzeit 187 Mütter und 52 Kinder von verdeckter Wohnungslosigkeit betroffen. Übernachtet wird bei Verwandten, Bekannten, in Pensionen und sogar am Campingplatz, berichtet die "Tiroler Tageszeitung" (TT).

"Wir sind eigentlich immer voll, schnell zu helfen ist leider nicht in jedem Fall möglich", erklärt Sozialarbeiterin Patrizia Dorn vom Verein Dowas für Frauen der "TT". Rund 300 wohnungslose Frauen werden jedes Jahr vom Verein allein in Innsbruck betreut. "Der allergrößte Anteil, den wir begleiten, sind Österreicherinnen, also Tirolerinnen", meint Dorn und räumt mit dem Vorurteil auf, dass meist Frauen mit Migrationshintergrund betroffen sind. 

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    HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
    "Für Mütter ist es besonders schwer, weil ihre Kinder auch darunter leiden, wenn es keine fixe Wohnung gibt, wo sie ihr Leben einrichten können" - Sozialarbeiterin Patrizia Dorn

    Viele Mütter, meist Alleinerzieherinnen, würden sich schämen und versuchen alles, um ihre Wohnungslosigkeit zu verdecken: "Für Mütter ist es besonders schwer, weil ihre Kinder auch darunter leiden, wenn es keine fixe Wohnung gibt, wo sie ihr Leben einrichten können", so Dorn zur "TT".

    Ein weiteres großes Problem: Viele wohnungslose Frauen können sich das Mittagessen und eine Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder nicht leisten oder bekommen keinen Platz, weil sie nicht Vollzeit arbeiten (können). "Es ist gerade für die Kinder wichtig, ein Stück Normalität zu erleben, zu Hause fehlt ihnen ja oft ein Schreibtisch, ein Zimmer, wo sie etwa Hausaufgaben machen können", sagt Dorn.

    Härtefallfonds für Frauen soll kommen

    Einen kleinen Lichtschimmer am Horizont gibt es jedoch: Der Innsbrucker Gemeinderat hat sich für die Schaffung eines Härtefallfonds für wohnungslose Frauen ausgesprochen. Kosten für eine temporäre Unterbringung, etwa in einer Pension, werden dann übernommen.