Die deutsche Stadt Hannover ist stolz auf Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), den Hofbibliothekar, Erfinder der Rechenmaschine und Universalgelehrten. Die Uni wurde nach ihm benannt. "Leibniz" gibt es aber auch vom Kekskonzern Bahlsen, und zwar in Form von Butterkeks. Das konnte nicht gutgehen.
Die Hochschule in der niedersächsischen Hauptstadt hatte sich die Webdomain "Leibniz-Shop" in allen möglichen Schreibweisen gesichert und den Namen beim Patentamt angemeldet. Die Uni verkauft unter „leibnizshop.de" ihren eigenen "Leibniz Tee" und "Leibniz Sekt".
Bahlsen klagt in Hamburg
Das schmeckte dem Kekskonzern Bahlsen überhaupt nicht. "Dagegen wehren wir uns jetzt vor dem Landgericht Hamburg, die Klage ist eingereicht worden", so ein Bahlsen-Sprecher. Die Bahlsen-Gruppe sieht eine Verwechslungsgefahr mit ihrer Marke Leibniz, die sie schon 1897 hatte schützen lassen.
Leibniz-Uni wehrt sich
Die Forderungen des Unternehmens gingen zu weit, betont die Hochschule in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme. Laut Uni greifen "Leibniz Tee" und "Leibniz Sekt" nicht in das Portfolio von Bahlsen ein, da das Unternehmen sich auf Kekse und Gebäck konzentriere. Die Hochschule betont, dass sie mit dem Shop keinen Profit erwirtschafte und das Sortiment dem anderer Uni-Shops ähnlich sei.
Auch den Namen "Leibniz-Shop" will die Uni partout nicht aufgeben: "Er nimmt auf den Namen der Universität und die Person von Leibniz Bezug, ist prägnant und kurz und läuft wenig Gefahr, abgekürzt zu werden." Die entsprechende Internet-Domain habe man sich gesichert, weil sei "frei und verfügbar" war.
(GP)