Naturjuwel bei Sotheby’s

30 Millionen abgelehnt! Kärntner See ist unverkäuflich

Immobilien-Deals am Wörthersee sorgen für Schlagzeilen, doch der Keutschacher See bleibt trotz Millionenangeboten in Familienbesitz.
Newsdesk Heute
22.04.2026, 07:12
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Das Angerer-Schlössl in Pörtschach am Wörthersee hat heuer für satte 33 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Bauträger Herbert Waldner ist derzeit damit beschäftigt, das Heidi-Horten-Areal in Sekirn zu entwickeln und zu vermarkten. Laut "Kleine Zeitung" geht es dabei um einen Deal im Wert von rund 80 Millionen Euro. Rund um den Kauf eines Teils der Blumeninsel durch die Familie Kraßnig wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Vor sieben Jahren stand sogar der sechstgrößte See Kärntens, der Keutschacher See, zum Verkauf. Aus dem Geschäft wurde aber letztlich nichts.

"Ein eigener See im Herzen Österreichs" – diese Verkaufsanzeige der Nobel-Immobilienvermittler Sotheby’s hat vor wenigen Jahren für viel Aufregung gesorgt. Neben einer Ranch auf Hawaii um 260 Millionen Dollar wurde nämlich auch der 1,32 Quadratkilometer große Keutschacher See angeboten – und zwar um 30 Millionen Euro. Verkauft werden sollte das gesamte Gewässer, das derzeit in Privatbesitz ist. Mit dabei wären das Wasser-, Fischereirecht, das Vier-Zimmer-Chalet der Eigentümerfamilie und die prähistorischen Pfahlbauten gewesen, die sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

"Er ist und bleibt aber in Familienbesitz", sagt die aktuelle Eigentümerin Anna Meßner, die in Pörtschach ein Apartment-Haus betreibt. Das Angebot bei Sotheby’s sei nur ein Test gewesen, um herauszufinden, wie viel der Keutschacher See am Markt wert ist. Und wie viel wurde geboten? "Über Details will ich nicht sprechen. Aber der Wert ist so hoch, dass man so einen See nicht verkauft, denn den bekommt man nie wieder. Vielmehr will ich diese Naturschönheit erhalten."

Wer damals Interesse hatte, ist nicht bekannt. Die Gemeinde Keutschach jedenfalls schon. "Mit Unterstützung des Landes wäre für uns der Kauf des Sees natürlich Thema gewesen", sagt Keutschachs Vizebürgermeister Karl Dovjak (SPÖ), der damals Gemeindechef war.

Der Keutschacher See ist seit 1924 im Besitz der Familie Meßner. Ein Großgrundbesitzer hat ihn damals seiner Schwester vermacht, weil die männlichen Nachkommen mit wertvolleren Dingen bedacht wurden als "nur" mit einem See. In den Siebzigerjahren hat sich das aber geändert und Gundula Meßner, die Mutter der heutigen Besitzerin, sollte "im öffentlichen Interesse" enteignet werden. Sie ist vor Gericht gezogen und hat in allen Instanzen Recht bekommen.

Der Keutschacher See ist aber nicht der einzige See in Kärnten, der in privater Hand geblieben ist: Der Faaker See gehört den Familien Catasta und Bucher. Das Stift St. Paul ist Eigentümer vom Gösselsdorfer See, die Familie Kraßnig besitzt den Hörzendorfer See und dem Verein Kärntner Grenzland gehört der Turnersee.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.04.2026, 07:57, 22.04.2026, 07:12
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