KH Nord hat riesigen "Heilgarten" um 6 Mio.

Die Serie an Skandalen rund um die ewige Baustelle des Krankenhaus Nord reißt nicht ab. Der "Heilgarten" ist überdimensional und kostet viel.

Das Krankenhaus (KH) Nord ist seit Jahren die größte und teuerste Baustelle Wiens. Nach zahlreichen Skandalen um Geld für "energetische Reinigungen", überflüssige Zaunwartungen und falsch geplante Brunnen wurde ein weiterer Planungsfehler bekannt.

Wie das "Profil" berichtet, sind die Parkanlagen und Grünflächen – die Rede ist von einem "Heilgarten" – mit 47.000 Quadratmetern fast ebenso groß wie die bebaute Krankenhausfläche von 51.000 Quadratmeter und damit völlig überdimensioniert.

Sechs Millionen plus jährlich 250.000 Euro

Für die Anlegung des Heilgartens veranschlagte der KAV 120 bis 140 Euro pro Quadratmeter. Das ergibt in Summe etwa sechs Millionen Euro. Die jährlichen Kosten für Erhaltung und Pflege belaufen sich auf 250.000 Euro.

Grünflächen sollen die Heilung und Genesung unterstützen. Im internationalen Vergleich leistet sich das Wiener KH Nord allerdings einen wahren Luxuspark. Das Smilow Cancer Hospital in New Haven im Bundesstaat Connecticut besitzt ebenfalls einen "Healing Garden", der allerdings nur 300 Quadratmeter umfasst.

Der "Healing Garden" im Kinderspital in Montreal hat eine Fläche von 1.000 Quadratmetern bei 150 Betten. Umgelegt auf die 800 Betten im Krankenhaus Nord, ergäbe das einen Garten in der Größe von 5.300 Quadratmetern, also neunmal kleiner.

"Mehr Augenmaß gefordert"

Die Wiener ÖVP-Gesundheitssprecherin und Gemeinderätin Ingrid Korosec sieht den Heilgarten zwar positiv, kritisiert allerdings dessen Größe: "Dachterrassen, Therapiegärten und Spazierwege helfen bei der Genesung der Patienten, aber hier wäre mehr Augenmaß gefordert gewesen." Die Mehrheit der Patienten würde schließlich jeden Tag nur einige Minuten im Freien verbringen. (red)

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