Das lästige Drücken eines Tasters an der Ampel könnte bald der Vergangenheit angehören. Das Projekt LTSA+ setzt auf Sensoren und künstliche Intelligenz, um Fußgänger automatisch zu erfassen und den Verkehr effizienter zu steuern.
Das System erkennt nicht nur, ob jemand die Straße überqueren will, sondern analysiert auch die Geschwindigkeit und den wahrscheinlichen Weg der Fußgänger. Dadurch können Ampelphasen dynamisch verkürzt oder verlängert werden.
Wie t3n.de unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) berichtet, wurde das System bereits erfolgreich an einer Kreuzung in Potsdam getestet. Die Erkennung erfolgt dabei datenschutzkonform.
"Personen, die langsam über die Straße gehen, können von einer angepassten Ampelschaltung besonders profitieren, also ältere Menschen und Kinder etwa", erklärt Tobias Hesse, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik.
Auch Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung sollen die Straße durch automatisch verlängerte Ampelphasen sicherer überqueren können. Die Erkennung beginnt bereits auf dem Gehweg, nicht erst direkt an der Ampel.
Wenn keine oder nur wenige Fußgänger warten, kann das System Grünphasen für Fußgänger auslassen, bis sich mehr Personen gesammelt haben. So verringern sich unnötige Wartezeiten für den Autoverkehr.
Das LTSA+-System lässt sich laut DLR in nahezu alle vorhandenen Ampelsysteme integrieren. Kommunen können zudem eigene Präferenzen einstellen und so etwa umweltfreundliche Fortbewegungsarten gezielt fördern.