Auf den Hype um Künstliche Intelligenz scheint langsam die Ernüchterung zu folgen. Das zeigt eine neue Studie der Technologieberatung Adaptavist, für die weltweit 2.500 Fachkräfte befragt wurden, darunter 500 aus Deutschland.
Der Grund für die wachsende Abneigung: Die Technologie komme ihrem Versprechen, Arbeitnehmer zu entlasten, nicht nach. Stattdessen erzeuge sie vielmehr neuen Druck, den das Personal aushalten müsse.
Das meldet die Computerwoche. 39 Prozent der deutschen Befragten gaben an, mittlerweile mehr Zeit dafür aufzuwenden, KI-Ergebnisse zu überprüfen, zu korrigieren und zu validieren, als tatsächlich einzusparen.
42 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass schlechte, von KI erzeugte Ergebnisse die eigenen Projekte ausbremsen. Fast die Hälfte (49 Prozent) gibt sogar an, solche fehlerhaften KI-Resultate würden die Effizienz ihres gesamten Teams reduzieren.
Zusätzlich sind viele Teilnehmer der Meinung, dass GenAI den Wert ihrer qualifizierten Arbeit mindere. Sie beklagen auch, dass sogenannter "AI Slop" - also minderwertiger KI-Output - ihren Arbeitsplatz träger und unübersichtlicher erscheinen lasse.
Trotz aller Kritik lehnen die Umfrageteilnehmer KI nicht generell ab: Zwei Drittel wünschen sich sogar, dass ihr Unternehmen mehr KI einsetzt. Dennoch verstehen vier von zehn Befragten oft nicht, warum von ihnen verlangt werde, KI bei ihrer Arbeit einzusetzen.
"Für Unternehmen ist es viel einfacher, sich auf die Kennzahlen zu konzentrieren - beispielsweise, wer KI nutzt und wie oft sie genutzt wird -, als ihre Auswirkungen auf die Arbeit selbst zu messen", erklärt Neal Riley, AI Innovation Lead bei Adaptavist. KI müsse durchdacht eingeführt werden, um Arbeit sinnvoll zu machen, anstatt sie zu untergraben.