Es klingt wie aus dem Science-Fiction-Thriller "Minority Report" von Steven Spielberg: ein System, das Gewalt vorhersagt, bevor sie passiert. Im US-Bundesstaat Michigan soll genau das bald Realität werden - allerdings mit künstlicher Intelligenz statt hellseherischen Fähigkeiten.
Die Justizvollzugsbehörde will eine KI-gestützte Software in Gefängnissen einsetzen, die vorhersagen soll, welche Insassen eine potenzielle Gefahr darstellen. Basierend auf dieser Risikoeinschätzung werden die Häftlinge dann in eine von fünf verschiedenen Sicherheitsstufen eingeordnet.
Wie t3n unter Berufung auf Futurism berichtet, erhofft sich die Gefängnisbehörde dadurch eine um 30 Prozent genauere Vorhersage als mit den aktuellen Verfahren. Ein entsprechendes Pilotprojekt soll Anfang Dezember 2026 in mehreren Männergefängnissen starten.
Das Programm wurde zusammen mit Recidiviz entwickelt, einer gemeinnützigen Organisation, die aus Google hervorging. "Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesem Pilotprojekt und der Nutzung wissenschaftlich fundierter sowie historischer Daten ein dynamisches und objektives Instrument entwickelt haben, das die Sicherheit unserer Einrichtungen stärken wird", erklärte Direktorin Heidi E. Washington.
Allerdings ist unklar, welche Daten die KI genau erhält - das ist aber entscheidend für die Genauigkeit des Systems. Je nach Einstufung erhalten die Gefangenen unterschiedliche Programme und werden mit anderen Insassen untergebracht.
Bei einem ähnlichen Programm in Louisiana sollen die verwendeten Daten rassistische und sozioökonomische Vorurteile enthalten haben, wie eine Untersuchung von Propublica zeigte. Macht die KI Fehler, kann das zu strengeren Haftbedingungen und einer schlechteren Vorbereitung auf die Zeit nach der Entlassung führen.