Das US-Unternehmen Anthropic, Entwickler des Chatbots Claude, hat eine bemerkenswerte Entdeckung aus seinem neuen Biotech-Labor verkündet. Dort soll die KI eigenständig ein bisher unbekanntes Enzymsystem gefunden haben.
Rund 950 Claude-Agenten durchforsteten über 21 Stunden lang eine riesige DNA-Datenbank. Dabei verbrauchten sie 210 Millionen Tokens.
Einer der Agenten habe beim Durchforsten roher DNA-Sequenzen schließlich eine auffällige Wiederholungssequenz entdeckt, schreibt t3n. Das neue System wird als "array-assoziierte Reverse-Transkriptasen" (ART) bezeichnet und soll Ähnlichkeiten zu Crispr aufweisen.
Die "Genschere" Crispr gilt als Meilenstein der Medizin. Sie schneidet und verändert DNA an genau definierten Stellen und macht es erstmals möglich, die genetische Ursache von Krankheiten direkt zu korrigieren.
Feng Zhang, einer der Pioniere der Crispr-Genom-Editierung am MIT, zeigte sich nach Durchsicht der Vorabveröffentlichung beeindruckt: "Dies ist ein spannendes Beispiel dafür, wie KI-Agenten zu biologischen Entdeckungen beitragen können."
Trotz der Vergleiche mit Crispr bleibt zunächst unklar, ob die neue Entdeckung praktische Anwendungen finden wird. Derzeit laufen weitere Experimente zur Funktionsweise von ART.
Anthropic versucht derzeit, in Bereiche wie die Arzneimittelforschung zu expandieren. CEO Dario Amodei hat kürzlich angedeutet, dass KI die meisten schweren Krankheiten innerhalb von fünf bis zehn Jahren heilen könnte.