Die Stadtgemeinde Gänserndorf hat für die kommenden Ferien eine neue Regelung für den Hort in der Gemeinde erlassen. In den Ferien sollen nun alle Kinder in den Stadtteil Süd gebracht werden, obwohl es auch im Zentrum Gänserndorfs einen Hort gibt. Aufgrund der geringen Auslastung soll so die Betreuung sichergestellt werden.
Für die kommenden Semester- und Osterferien sowie an schulfreien Tagen müssen dutzende Eltern ihre Kinder, die den Hort im Stadtzentrum besuchen, rund fünf Kilometer weiter in den Süden fahren.
Das Problem dabei: es gibt keinerlei öffentliche Busverbindungen in den südlichen Stadtteil. Für Alleinerziehende oder Eltern ohne Auto bedeutet das unter Umständen einen einstündigen Fußmarsch.
"Heute"-Leser Walter kritisiert das Vorgehen hart, das alles sei schlichtweg inakzeptabel: "Die Gänserndorfer Bürgermeisterpartei ÖVP, die ja immer wünscht, dass Menschen voll im Berufsleben stehen, macht genau dieses den Eltern schier unmöglich." Bei ihm hätten sich mehrere Eltern gemeldet, die jetzt nicht wissen, was sie mit ihren Kindern machen sollen. Er spricht sogar von einer "unlösbaren Tragödie".
Die Stadtgemeinde Gänserndorf erklärte auf "Heute"-Nachfrage, dass es sich bei dem Schulgebiet um einen Schulsprengel handelt. "Die oberste Prämisse der Stadtgemeinde ist es, eine fast durchgehende Betreuung der Kinder im Hort zu ermöglichen", so ein Sprecher des Bürgerservices. Aufgrund der geringen Auslastung sei hier die Zusammenlegung des Hortbetriebes von Stadt und Süd erforderlich.
Außerdem wird bei Feiertagen immer wieder auch "rotiert" – des Öfteren kam es auch schon dazu, dass der Standort im Süden auch geschlossen blieb, Eltern also in das Stadtzentrum pendeln mussten.