Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr zog am Mittwoch (16.8.) Bilanz über die "Aktion Scharf" in den privaten Wiener Kindergärten – wir berichteten. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Kinderschutz. Seit Jänner gab es 108 Beratungsgespräche in Kindergärten zum Thema Kinderschutz. 69 Beschwerdefälle wurden aufgenommen. "Jeder Anrufer wird ernst genommen", so Birgit Schober-Trotz, Kinderschutz-Leiterin der MA11.
Mehrere Fälle wurden der Staatsanwaltschaft übermittelt – Grund war mutmaßliches Fehlverhalten. So soll eine Pädagogin schreiende Kinder "zur Strafe" in ein Besenkammerl gesperrt haben. "Eine Assistentin schlug Alarm", so Schober-Trotz. "Die Person wurde aus dem Kinderdienst genommen, die Staatsanwaltschaft informiert." Diese muss nun den Vorwürfen nachgehen und entscheiden, ob Anklage erhoben wird. Zu Bezirk oder Betreiber des Kindergartens wollten die Verantwortlichen zum Schutz der Kinder nichts sagen.
In einem anderen Fall informierte eine Mutter die MA11 über unaufmerksame Pädagoginnen, weil sie nach einer Beobachtung ein schlechtes Bauchgefühl hatte. "Ein Kinde war durstig und wollte etwas trinken. Der Wasserkrug stand unerreichbar hoch oben auf einem Regal. Doch keine Betreuerin half dem Kind. Niemand hat das wahrgenommen." Der Kindergarten wurde kontrolliert, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgemahnt. Der Fokus liege auf Prävention, seit März wurden 300 neue Kinderschutzbeauftragte in Wien ausgebildet. "Die Aktion scharf in den Kindergärten geht weiter", so Wiederkehr.