Nach der Pleite wurde "Minibambini" die Betriebsbewilligung entzogen, zwölf Standorte zugesperrt. Eltern wurden von dem Verein bis zuletzt im Unklaren gelassen, berichtet eine betroffene Mutter. "Wir wurden gebeten, die Kinder nicht abzumelden. Es hat geheißen, der Kindergarten in der Wallrißstraße werde übernommen und weitergeführt", so Sabine S. (34, Name geändert). Nichts davon stimmte: "Wir haben von der Schließung dann aus den Medien erfahren."
"Chaos und Unruhe" war die Folge. "Die Pädagoginnen wurden nicht bezahlt, gingen trotzdem arbeiten." Im Kiga wurde der Strom abgedreht. "Das hat geflüchtete Kinder aus der Ukraine getriggert und in Panik versetzt." Sabine S. fand für ihre Tochter zum Glück einen Platz in einem privaten Kiga. Die Sache hat aber einen Haken. "Meine Tochter kann erst im April dort anfangen." Da es keine andere Möglichkeit gibt, muss Sabine S. ihre Dreijährige nun selbst ein Monat lang zuhause in Wien-Währing betreuen. "Ich muss mir dafür Urlaub nehmen", so die 34-Jährige. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Kinder das laufende Kindergartenjahr noch dort beenden hätten können."
Von Freitag bis Sonntag liefen die Leitung der MA 10 heiß: "256 Plätze wurden über die Hotline vermittelt", hieß es aus dem Büro von Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos). Viele Eltern organisierten sich selbst einen Ersatzplatz in einem Kiga. Von der "Minibambini"-Schließung sind in Wien insgesamt 800 Kinder betroffen. Hunderte haben noch keinen Platz.