Falscher Kilometerstand – Mercedes-Händler vor Gericht

Der Autohändler und sein Anwalt Andreas Strobl (r.)
Der Autohändler und sein Anwalt Andreas Strobl (r.)Denise Auer
Ein 56-jähriger Wiener soll seit 2019 Schrott-Autos äußerst profitabel an den Mann gebracht haben. Bei den Fahrzeugen war die Elektronik manipuliert.

Dieser billige Trick kommt einem Autohändler (56) teuer. Da seine Audis, Mercedes-Limousinen und ein Land Rover beim Verkauf weniger Kilometer anzeigten, als sie tatsächlich hatten, drohen einem Wiener drei Jahre Haft. "Ich bin nur der Verkäufer, bekam die Autos aus Italien. Ich wusste von den Manipulationen nichts", sagte der Betrugsverdächtige am Wiener Landl. Insgesamt übersteigt der Schaden 50.000 Euro locker.

Tatsächlich sollen Dritte mit einem komplizierten Firmengeflecht in die Elektronik der Wägen, die sich unter dem Beifahrersitz befindet, eingestiegen sein und hätten die Anzeige an der Armatur verändert. 

Für einen nicht betriebssichere E-Klasse, die laut Mercedes-Werkstatt bereits 247.292 Kilometer auf dem Buckel hätte, verlangte der Autohändler wohlfeile 15.000 Euro – der Käufer kaufte, im Glauben, das Auto hätte nur 154.000 Kilometer.  Doch das Fahrzeug ließ ihn schnell im Stich. Experten konnten die echten Daten auslesen. 

Anwalt Andreas Strobl drückte vor Gericht aufs Gas, sagte: "Mein Mandant ist nicht schuldig". Die Richterin zog die Notbremse und würgte die Verhandlung frühzeitig ab – Unzuständigkeit (nicht rechtskräftig). Ein Schöffengericht ist nun am Zug.

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