Diktator Kim Jong-un in der Fischfabrik

Kim Jong-un besucht diesen Sommer zahlreiche Fabriken im ganzen Land. Er schwankt dabei offenbar zwischen Stolz und Ekel.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un und seine Ehefrau Ri Sol-ju machen seit letztem Monat Stippvisiten im Rekordtakt: Sein jüngster Besuch im sommerlichen Strohhut und im weißen Shirt galt einer Fabrik in der Provinz Hwanghae, wo eingelegter Fisch produziert wird.

"Der Anblick der vielen Fischkonserven und der Gedanke, dass er zur Verbesserung der Ernährung seiner Landsleute beitrage, erfüllten Kim mit Stolz", schreiben Staatsmedien wie "Rodong Sinmun". Die Zeitung begleitete Kim auf all seinen Fabrik-Besuchen und pries diese in ihren Ausgaben jeweils als neunseitige Sommerspecials an.

"Kim war so angewidert"

Im Juli hatte Kim neben zahlreichen Fabriken auch eine Ferienanlage und ein Elektrizitätswerk besucht. Mit Letzterem war der "geliebte Führer" so gar nicht zufrieden. Offenbar ist das Werk Orangchon wegen Verzögerungen nur zu 70 Prozent fertiggestellt. Kim war "so angewidert, dass es ihm die Sprache verschlug", so die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Auch die Ferienanlage, bekannt wegen ihrer heißen Quellen, kam in den Augen des Diktators nicht gut weg: Die Bäder sind dreckig und "schlimmer als Fischtanks", soll Kim geschimpft haben.

Wirtschaftlichen Fortschritte hervorheben

Kims Touren, von den nordkoreanischen Staatsmedien jeweils bildgewaltig gefeiert, sollen wohl die wirtschaftlichen Fortschritte hervorheben und von außenpolitischen Schwierigkeiten ablenken.

Die USA hatte dazu aufgerufen, den diplomatischen und wirtschaftlichen Druck auf Pjöngjang beizubehalten. Dies sei notwendig, um Nordkoreas "endgültige, vollständig überprüfte Denuklearisierung" durchzusetzen.

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(gux/20 Minuten)

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