Polizei warnt eindringlich

"Kind tot, Tochter in Haft" – Betrug skrupellos wie nie

Betrügerbanden lassen sich immer haarsträubender Geschichten einfallen, um an Geld zu kommen. Die neue Masche ist besonders skrupellos.

Peter Reidinger
"Kind tot, Tochter in Haft" – Betrug skrupellos wie nie
Betrugsermittler Gerald Sakoparnig in seinem Büro. Der Experte beschäftigt sich seit Jahren mit Betrügern, kennt die Maschen der Täter.
Mike Wolf

Es passierte am Vorabend des 1. Mai. Bei einem 85-Jährigen läutete das Telefon. Der Linzer hob ab. Eine angebliche Polizistin am anderen Ende der Leitung erklärte dem verdutzten Mann, dass seine Tochter einen Verkehrsunfall gehabt habe. Bei diesem Unfall, so die neue skrupellose Masche, sei ein Kind ums Leben gekommen. Deshalb sitze die Tochter jetzt im Gefängnis.

Jetzt kommt das Geld ins Spiel: Nur wenn der Mann sofort eine Kaution bezahlt, kommt die Tochter wieder frei. Der schwer verunsicherte Linzer stand aufgrund der vermeintlichen Hiobsbotschaft unter Schock. Da holte die Bande zum nächsten Schlag aus. Sie entlockte ihm seine Handynummer.

Sekunden später läutete es auch schon. Dran war wieder eine Frau, diesmal eine angebliche "Richterin". Sie bestätigte alle Angaben der falschen Polizistin. Damit wurde der 85-Jährige gebrochen, er willigte ein, zu zahlen.

Polizei warnt jetzt eindringlich

"Der Pensionist holte sofort sein Erspartes und packte es in eine Tasche. Kurz darauf kam ein Mann zu ihm und holte das Geld ab", so die Polizei. Es dürfte sich dabei um rund 30.000 Euro gehandelt haben.

Erst im Anschluss bemerkte der Mann, dass er Opfer eines Betrugs geworden war und rief die Polizei. Von den Betrügern fehlt jede Spur.

Die Polizei warnt jetzt eindringlich: "Immer wieder werden Menschen, gleich welchen Alters, Opfer von Betrügern. Viele lassen sich durch das freundliche und entgegenkommende oder amtliche Verhalten von Betrügern einschüchtern und verleiten", so die Exekutive.

Laut Gerald Sakoparnig, dem Leiter der Abteilung Betrug beim Landeskriminalamt Oberösterreich (LKA), sind die Opfer von Betrug durch die falschen Geschichten meistens in einer "Ausnahmesituation". Das nutzen die Täter dann eiskalt aus.

Die Tipps der Polizei gegen Betrüger:

  • Brich Telefonate, bei denen von angeblichen Verwandten Geld gefordert wird, sofort ab. Lasse dich auf keine Diskussionen ein und mach dem Anrufer entschieden klar, dass du auf keine der Forderungen/Angebote eingehen wirst.
  • Lass dich dabei keinesfalls einschüchtern oder zu etwas überreden und gib niemals persönliche Daten (z.B. Kontonummern, Namen von Angehörigen …) am Telefon bekannt.
  • Lass in dein Haus oder die Wohnung niemanden, den du nicht kennst, auch wenn er/sie vorgibt, in einer vermeintlichen Notlage zu sein. Oftmals treten Täter zu zweit auf: während der eine dich  geschickt ablenkt, durchsucht der andere die Wohnung nach Wertgegenständen.
  • Lass z.B. Handwerker oder vermeintliche "Amtspersonen", die du nicht bestellt hast, nicht in die  Wohnung bzw. überprüfe telefonisch die Angaben dieser Personen.
  • Verwende zur Kontaktaufnahme die Gegensprechanlage oder verwenden eine Türsicherungskette/-bügel.
  • Zeige keine falsche Scham, wenn du einem plumpen Betrüger aufgesessen oder Opfer eine Straftat geworden bist, sondern erstatte sofort in jedem Fall Anzeige bei der Polizei unter dem Notruf 133.
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    Screenshot ORF

    Auf den Punkt gebracht

    • Die Polizei warnt vor einer neuen skrupellosen Betrugsmasche, bei der Betrüger vorgeben, Polizisten oder Richter zu sein und behaupten, dass ein Familienmitglied in einen Unfall verwickelt war und nun Geld für die Kaution benötigt
    • Opfer werden in Ausnahmesituationen eiskalt ausgenutzt, warnt das Landeskriminalamt Oberösterreich
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