Nach dem Grand-Prix-Wochenende von Japan verkündete der Motorsport-Weltverband FIA, dass der österreichische Rennstall in der Saison 2021, die Max Verstappen mit dem Fahrer-WM-Titel beendete, die damals gültige Budgetdeckelung von 145 Millionen Dollar gebrochen haben soll. Es ist von 1,8 Millionen Dollar, jedenfalls aber einer "geringfügigen Überschreitung" die Rede.
Eine Strafe gibt es noch nicht. Die FIA und Red Bull verhandeln aktuell über die Anerkennung der Strafe, die Bullen sehen sich weiterhin im Recht, sind von ihrer Unschuld überzeugt. Die Konkurrenten forderten derweil harte Strafen gegen die Bullen. McLaren-Boss Zak Brown schrieb zuletzt sogar einen Brief an die FIA, forderte drastische Sanktionen und sprach von "Betrug".
Red-Bull-Teamchef Christian Horner nützte nun die Presserunde vor dem Großen Preis der USA in Austin, um mit Brown, der direkt neben ihm saß, abzurechnen. "Dass dich ein Konkurrent des Betrugs bezichtigt, ist extrem enttäuschend, absolut schockierend. Dabei kennen sie keine Fakten, keine Details, die diese Anschuldigungen rechtfertigen würden", so der britische Teamchef. Die Anschuldigungen hätten für die Marke, aber auch alle Mitarbeiter "enormen Schaden hinterlassen", ergänzte der oberste Bulle.
Horner setzte daraufhin sogar noch einen drauf. Der Brite erzählte, dass Kinder der Red-Bull-Mitarbeiter auf Spielplätzen angegriffen wurden. "Und all das wegen fiktiver Anschuldigungen anderer Teams. Wir sind absolut entsetzt über das Verhalten einiger Mitbewerber", meinte der 48-Jährige.
Brown reagierte auf die Anschuldigungen entspannt. Der McLaren-Boss unterstrich, dass er in seinem Brief Red Bull mit keinem Wort erwähnte. "In dem Brief stand: Wenn ein Team gegen den Kostendeckel verstoßen hat, dann sollte das genauso behandelt werden wie eine nicht korrekte Bodenhöhe oder ein flexibler Flügel. Ich weiß nicht, was die Zahlen sind", so der McLaren-Boss.
Horner betonte neuerlich, überzeugt zu sein, dass es sich um eine "orchestrierte Kampagne" handle, zeigte sich wiederholt erschüttert, dass es offenbar beim Motorsport-Weltverband ein Datenleck gegeben habe. "Unsere Einreichung lag signifikant unter der Grenze. Man muss sich anschauen, was die relevanten Kosten innerhalb der Kostengrenze sind. Deshalb gibt es Interpretationen", meinte Horner. Eine Einigung ist noch nicht in Sicht.