Über den Winter ist im Gemeindebau in der Pastorstraße/Großfeldsiedlung in Wien-Floridsdorf etwas Ruhe eingekehrt. Mit den wärmeren Temperaturen treibt es nun aber offenbar wieder die Kinder- und Jugendbanden an die frische Luft. Und der Terror geht wieder los.
"Schon im Vorjahr haben uns die 12- bis 16-Jährigen das Leben zur Hölle gemacht. Jetzt geht das Treiben leider schon wieder los. Wir – und mit uns noch andere Hausbewohner – sind nur noch verzweifelt und voller Angst“, so Hermann und Hermine K. (Name aus Sicherheitsgründen geändert) zu Alt-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, den sie und mehrere andere Stiegenbewohner zu Hilfe gerufen hatten.
"Vergangenen Sonntag gegen 20.45 Uhr ging es los. Lärm im ganzen Stiegenhaus und plötzlich wurde unsere Wohnungstüre richtiggehend gerammt und dabei das Schloß fast aus der Verankerung gerissen, sodass wir jetzt einen Schlosser zur Reparatur holen müssen. Auch wenn wir oder andere Bewohner in den Abendstunden mit den Hunden äußerln gegangen sind, wurden wir von der Bande mit Steinen beschossen, ebenso die Hausmauern und Fenster. Jetzt trauen wir uns abends nicht mehr aus dem Haus", so das verängstigte Ehepaar.
Von gleichen und ähnlichen Erlebnissen berichten auch andere Betroffene. Und sogar mit Geldforderungen sei man laut Aussage einer weiteren Betroffenen schon traktiert worden, wenn man in seine Wohnung möchte: "Gib’ mir fünf Euro, sonst lasse ich Dich nicht ins Stiegenhaus!", habe ein "maximal 12 bis 13 Jahre alter Bub“ verlangt, schildert eine Mieterin.
Hans Jörg Schimanek fordert jetzt nicht nur Wiener Wohnen als Vermieter, sondern auch die Polizei zum sofortigen Handeln auf: "Hier bedarf es einer umfassenden Polizeiaktion, allerdings durch Beamte in Zivil. Zudem muss das häusliche Umfeld der Kinder und Jugendlichen überprüft werden, gegebenenfalls auch das Jugendamt tätig werden", fordert Schimanek gegenüber "Heute".