Kinder jahrelang von Papa und Stiefmama gequält

Am Donnerstag müssen sich Eltern (47, 50) wegen anhaltender Gewalt gegen ihre Kinder verantworten.
Am Donnerstag müssen sich Eltern (47, 50) wegen anhaltender Gewalt gegen ihre Kinder verantworten.BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com
Eine Kindergärtnerin und ihr Mann aus Salzburg sollen ihre vier Kinder jahrelang misshandelt haben. Am Donnerstag stehen sie vor Gericht.

Das jüngste Kind war erst vier Jahre alt, als es die grausamen "erzieherischen Maßnahmen" seines Vaters und seiner Stiefmutter zu spüren bekam. Gemeinsam mit seinen drei Geschwistern – das älteste war auch erst zehn Jahre alt, soll das Kleinkind von seinen Eltern über zehn Jahre lang gequält worden sein. Die 47-jährige Kindergärtnerin und ihr 50-jähriger Ehemann müssen sich am Donnerstag am Landesgericht Salzburg verantworten, weil sie ihrem Nachwuchs Gewalt angetan haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Als Strafe: Kopf unter Wasser und nackt ins Freie

Die Vorwürfe wiegen jedoch schwer: So sollen die Eltern ihre Kinder tagelang im Zimmer eingesperrt haben, wenn sie nicht folgten. Die Kleinen mussten nackt an der Wand oder im Freien stehen, wenn sie den Ansprüchen ihres Papas und ihrer Stiefmama nicht gerecht wurden. Die Strafen wurden noch härter. Die Kinder wurden mit kaltem Wasser abgeduscht und besonders schlimm – ihre Köpfe wurden in ein Wasserfass gedrückt. 

Neben den körperlichen Qualen sollen die Angeklagten die Kleinen auch psychisch drangsaliert haben. So drohten sie die Nacktfotos von Bestrafungen an Freunde weiterzuschicken. Wenn sie nicht als "perfekte Familie" auftreten würden, müssten die Kinder ins Heim kommen, verbreiteten die 47-Jährige und der 50-Jährige Furcht.

Wie die jahrelangen Übergriffe an die Öffentlichkeit kamen, ist noch unklar. Es wird vermutet, dass eines der Kinder sein Schweigen brach und sich einem Erwachsenen anvertraute.

Der Polizei-Notruf (133) ist jederzeit für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder von Gewalt betroffen sind, erreichbar. Auch der 24-Stunden Frauennotruf (01 / 71719) und der Frauenhaus-Notruf des Vereins Wiener Frauenhäuser (05 77 22) sind rund um die Uhr besetzt.

Das Landeskriminalamt Wien bietet zusätzlich Beratungen unter der Hotline 0800 / 216346 an.

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