Dramatischer Zwischenfall am Frankfurter Flughafen: Passagiere eines SunExpress-Fluges saßen über längere Zeit in einer Boeing 737 fest, deren Klimaanlage nicht funktionierte. Die Temperaturen im Flugzeug stiegen demnach bis auf 56 Grad. Mehrere Reisende, darunter Kinder und ein Säugling, erlitten dabei am Sonntag gesundheitliche Beschwerden.
Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei mussten anrücken, nachdem mehrere Personen über Unwohlsein klagten. Die betroffenen Fluggäste wurden medizinisch versorgt. Der Flug nach Antalya, der ursprünglich um 13.55 Uhr starten sollte, verzögerte sich infolgedessen um mehr als vier Stunden.
Wie die Berliner Zeitung berichtet, bestätigte die Frankfurter Polizei einen Einsatz am Gate C13. Sie löste gegen 15.15 Uhr Alarm aus, nachdem mehrere Passagiere über Beschwerden geklagt hatten. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Ein Mitarbeiter des Flughafens schilderte, dass das Hilfstriebwerk der Maschine defekt war. Dadurch war das Flugzeug auf externe Strom- und Klimaversorgung angewiesen. Obwohl laut SunExpress eine mobile Klimaanlage und ein sogenannter Air Starter angefordert worden waren, wurden diese Geräte offenbar nicht bereitgestellt. Das führte dazu, dass die Passagiere ohne Klimatisierung in der Kabine warten mussten.
Mehrere Kinder und ein Säugling kollabierten. Erst nachdem wiederholt Notrufe bei der Polizei eingegangen waren, wurden die Türen des Flugzeugs geöffnet. Auf Videos in den sozialen Medien sind Reisende mit geröteten Gesichtern zu sehen, die sich Luft zufächeln.
Der Flughafen-Mitarbeiter sieht den Vorfall als Folge von Personalknappheit und Stress in der Bodenabfertigung. Demnach werde aus Kostengründen zu wenig Personal eingeplant, obwohl es genügend Bewerber gebe. Besonders am Wochenende kämen viele Aushilfskräfte zum Einsatz, was in technisch anspruchsvollen Situationen problematisch sei.
SunExpress, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, bestätigte den Vorfall gegenüber RTL und kündigte eine ausführlichere Stellungnahme an. Die genaue Zahl der medizinisch versorgten Passagiere ist noch unklar. Die Polizei ermittelt zu den genauen Abläufen und Verantwortlichkeiten.