Kinder und Touristen von Unwetter in Höhle gefangen

Bild: hoehlenfuehrungen.at

Alarmstufe Rot herrschte am Freitag wegen Unwettern über Österreich. Bis zu 80 Liter am Quadratmeter gingen vor allem im Westen nieder, die Regenmengen richteten starke Schäden in Tirol und Vorarlberg an. Brisant war die Situation im Salzburger Pinzgau: Sieben Menschen, darunter zwei kleine Kinder, wurden durch die Wassermassen in der Lamprechtshöhle eingeschlossen. Sie konnten erst nach Stunden aus der Höhle gerettet werden.

Insgesamt acht Personen, fünf deutsche Touristen mit drei kleinen Kindern im Alter von drei, sechs und sieben Jahren sowie ein Hund stiegen am Freitag in die Lamprechtshöhle bei St. Martin bei Lofer ein. Ab Mittag kam es zu heftigen Regenfällen - so stark, dass es ab 15 Uhr kein Entkommen mehr aus der Höhle gab. Die Gruppe ging zum Eingang der Höhle und musste feststellen, dass der Weg komplett unter Wasser gesetzt wurde. Ein Kind der Gruppe, ein siebenjähriger Bub, wurde vom Wasser erfasst und aus der Höhle geschwemmt. Für den Rest der Gruppe gab es kein Entkommen.

Ein Notruf wurde abgesetzt, die Einsatzkräfte rückten an. Doch auch sie konnten den Einstieg nicht passieren, das Wasser stieg immer weiter. Momente später riss auch die Sprechverbindung mit den Eingeschlossenen wegen der Wassermassen ab. Wie dramatisch die Situation war, stellte sich erst gegen Abend heraus. Demnach flüchteten zahlreiche Personen vor dem steigenden Wasser aus der Höhle - dann gab es einen sprunghaften Wasseranstieg, der den Siebenjährigen förmlich aus der Höhle schwemmte. Das Kind wurde von den Einsatzkräften versorgt, die Angehörigen wussten bis zu ihrer Rettung nichts über seinen Verbleib.

Nottelefon wurde nicht entdeckt

Schon am frühen Nachmittag, kurz vor diesem Zwischenfall, war der Eingang der Höhle gesperrt worden, weil trotz der Gefahr immer weitere Besucher in die Höhle hineingelangen wollten. Sprechverbindung gab es zu den Eingeschlossenen keine, allerdings befanden sie sich in Sicherheit, da auch in der Höhle ein Notlager mit Proviant und Decken vorhanden war. Auch ein Nottelefon gab es - die Eingeschlossenen dürften dieses aber nicht entdeckt haben.

Um 17 Uhr wurden Taucher in die Höhle geschickt, an eine Bergung ist war da aber noch nicht zu denken. Man müsse abwarten, bis der Wasserstand gesunken ist. Wie der "ORF" berichtet, ist der Eingang der Höhle ungünstig gelegen. Vom Eingang geht es in die Höhle erst nach unten und dann nach oben - dieser U-förmige Bereich ist mit Wasser vollgelaufen. Ein Auspumpen ist nicht möglich, da die Wassermassen einfach zu groß sind. Um 18 Uhr die erlösende Nachricht: Das Wasser sank, die Gruppe konnte aus der Höhle geborgen werden.

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