Kinder unter 10 genauso oft infiziert wie Erwachsene

Schulen seien nicht sicherer als andere Bereiche in unserer Gesellschaft, warnt der österreichische Mikrobiologe  Michael Wagner.
Schulen seien nicht sicherer als andere Bereiche in unserer Gesellschaft, warnt der österreichische Mikrobiologe  Michael Wagner.Getty Images/iStockphoto
Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Volksschulkinder das Coronavirus ebenso häufig in sich tragen (und weitergeben) wie Erwachsene.

Eine Untersuchung aus Österreich analysierte die Rolle von Schulen im Infektionsgeschehen. Demnach sollen Schulen ähnlich wie alle anderen Bereiche des öffentlichen Lebens Ansteckungsherde darstellen. Das Virus würde bei Kindern unter 10 Jahren fast so häufig auftreten wie bei älteren Kindern und Lehrern. Somit sollte man sich von dem Irrtum befreien diese Gruppe wäre nicht ansteckend, fordert ein österreichischer Mikrobiologe.

Gleichgewicht der Infektionsherde

Studienleiter Michael Wagner ist Leiter des Zentrums für Mikrobiologie und Umweltwissenschaft und erklärt gegenüber Puls24, dass Volkschulkinder durchaus ansteckend seien. Sein Team führt seit Beginn des Schuljahres österreichweit Gurgeltests an Bildungseinrichtungen durch. Dem Experten zufolge ist die Dunkelziffer bei unter Zehnjährigen besonders hoch, da wenige Tests durchgeführt würden, in der Annahme, es bestünde keine Infektionsgefahr. Meist weisen die Kinder keine Symptome auf, selbst wenn sie infektiös sind. Schulen seien demnach nicht sicherer als andere Bereiche unserer Gesellschaft, betont Wagner. 

Dennoch würde er sich nicht unbedingt für Schulschließungen aussprechen, da wirtschaftliche Aspekte sowie das Recht auf Bildung dabei ebenfalls ein Gewicht haben. Er wünsche sich jedoch eine "ehrliche Diskussion in der Politik und Öffentlichkeit" und befürwortet eine Maskenpflicht an Schulen. Es müsse zudem einen Ausgleich zu den dort stattfindenden Infektionen geben, deswegen sollten andere Bereiche währenddessen geschlossen bleiben. "Wenn Schulen geöffnet bleiben sollen, dann kann zum Beispiel im Gegenzug nicht die Gastronomie geöffnet werden”, so Wagner.

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