In dieses Gasthaus dürfen Kinder nicht mehr hinein

Ein kleiner Bub isst Pommes frites in einem Lokal. Symbolbild
Ein kleiner Bub isst Pommes frites in einem Lokal. SymbolbildBild: Kein Anbieter/iStock/amriphoto.com
Kinder sind im steirischen Alpengasthof "Peter Rosegger" gern gesehene Gäste – allerdings nur zu Mittag. Mit seinem abendlichen Kinder-Verbot erhitzt der Betreiber die Gemüter.
Nachdem der Wirt der Naturfreundehütte Zettersfeld in Osttirol Anfang Jänner ein Hundeverbot in seiner Gaststube verhängte, liefen Tierliebhaber Sturm. Jetzt hat ein steirischer Wirt nachgezogen.

Dem Betreiber des Alpengasthofs "Peter Rosegger" in Ramsau am Dachstein geht es aber weniger um Vierbeiner als um den Nachwuchs der zahlenden Zweibeiner. In einem radikalen Schritt hat er Kinder abends aus seiner Stub'n verbannt.

"Wir sind eigentlich kinderlieb, aber es ist einfach nicht mehr anders gegangen", wird Restaurantleiter Christoph Walcher in der "Kleinen Zeitung" zitiert. "Viele Eltern kümmern sich nicht um ihren Nachwuchs, die Kinder laufen durch die Gaststube, verwüsten die Tische und reißen im Garten die Pflanzen aus."

Gerade beim Abendessen würden sich andere Gäste oft von den quirligen Kindern gestört fühlen. "Wir hatten einmal Kinder, die durchgehend so laut geschrien haben, dass andere Gäste aufgestanden sind, weil sie das nicht mehr ausgehalten haben", so Walcher weiter. Zu Mittag sind Kinder im Alpengasthof "Peter Rosegger" weiterhin gerne gesehen.

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"Mit Fackeln aus der Stadt treiben"



Das Verbot erhitzt im Internet die Gemüter: "In anderen Touristenregionen dieser Welt, würden sie die Betreiber mit Fackeln aus der Stadt treiben...", schreibt ein User in seine Restaurantbewertung. Auch Zeilen wie: "Peter Rosegger würde sich im Grab umdrehen", waren anderorts zu lesen. Der Facebook-Auftritt des Gasthofs war unterdessen am Mittwoch nicht mehr zu erreichen.



Der Alpengasthof "Peter Rosegger" in Ramsau am Dachstein (Quelle: alpengasthof-peter-rosegger.at)

Seitens des Ramsauer Tourismusverbands bemüht man sich um Neutralität: "Jeder Betrieb soll selbst abschätzen, welches Klientel er bedienen will. Da mischen wir uns nicht ein", sagt Geschäftsführer Philipp Walcher gegenüber der "Kleinen Zeitung". Zudem gäbe es für Gäste mit Kindern genug Alternativen. Nachsatz: "Wenn einer das nicht mehr tut, ist das nicht schlimm. Wenn jeder das tut, dann schon."

Bisher bereut der Alpengasthof das Verbot nicht. Im Gegenteil: Seit dem Kinderverbot sei die "Atmosphäre viel besser" und man habe auch viele positive Rückmeldungen erhalten.

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(red)

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