Niederösterreich

Kinderbetreuung – Neos und SP ziehen an einem Strang

"Ganztägig, ganzjährig, gratis", das sind die Eckpfeiler des Kinderprogramms der SP. Ein Antrag im Landtag kommt, die Neos unterstützen die Idee.
Erich Wessely
21.02.2022, 18:16

„Ganztägig, ganzjährig, gratis – das sind unsere 3G in der Kinderbetreuung. Unser Plan: Die Entlastung der Familien darf nicht zur Belastung für die Gemeinden werden“, so SPNÖ-Landesparteivorsitzender und Landesvize Franz Schnabl. „Unser Anspruch im Endausbau: Jede Familie in Niederösterreich soll für ihr Kind im Alter von ein bis sechs Jahren ein Angebot für einen kostenlosen Platz in einer Kinderbetreuungseinrichtung erhalten – und die Wahlfreiheit, ob sie diesen annimmt oder ablehnt.“

Neos-Landessprecherin Indra Collini unterstützt die Stoßrichtung der SPÖ. Auch wenn es in einzelnen Detailfragen Unterschiede gebe, sei es ein gemeinsames Herzensanliegen, das Kinderbetreuungsangebot auszubauen und mittelfristig einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag.

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"Handlungsbedarf bei Kinderkrippen"

Einen Handlungsbedarf ortet Collini vor allem in der Kleinkinderbetreuung. „Derzeit gibt es nur 187 Kinderkrippen in Niederösterreich. Das ist viel zu wenig, um Kind und Beruf nach Ende der Karenz zu vereinbaren. Als Konsequenz daraus sind es vor allem die niederösterreichischen Frauen, die als Fachkraft am Arbeitsmarkt fehlen und am Ende des Erwerbslebens in die Altersarmut rutschen.“ Laut Collini gelte es nun, in einem ersten Schritt zu den anderen Bundesländern aufzuschließen. Zum Vergleich: Das kleinste Bundesland Vorarlberg zähle 179 Kinderkrippen, Oberösterreich habe mit 362 doppelt so viele wie Niederösterreich.

Antrag wird eingebracht

Die SPÖ wolle kommenden Donnerstag das "KinderPROgramm" als Antrag in den Landtag einbringen, um die Lebensumstände der Niederösterreicher zu verbessern und die Eltern zu entlasten. Die ÖVP habe bereits signalisiert, dass dieser Antrag durch einen ÖVP-Antrag ersetzt würde. „Mit diesem ‚Bügelparagraphen‘ fährt die Mehrheitspartei über die Ideen und Vorschläge ihrer Mitbewerber drüber und lässt sie bildlich gesprochen in Dampf aufgehen“, kritisiert Schnabl. Die SPNÖ wolle aber nicht lockerlassen: „Denn die Kinder, Eltern und Pädagog*innen sind die Zukunft unseres Landes und wichtiger als parteipolitische und ideologische Hinhaltetaktik.“

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