Kindergarten wehrt sich gegen Mega-Laufhaus

In der Zollergasse im 3. Bezirk soll das größte Laufhaus Wiens entstehen. Doch direkt nebenan befindet sich ein Kindergarten.

In Wien-Landstraße entsteht gerade Wiens größtes Laufhaus. 200 Prostituierte sollen dort laut dem Plan der Betreiber in 35 Räumen einziehen und dort ihre Kunden empfangen. Falls die zuständigen Stellen – wie Polizei, MA 36 und MA 37 – grünes Licht geben, könnten in wenigen Wochen bereits die ersten Freier begrüßt werden.

Doch offenbar nicht befragt wurde ein Kindergarten des Trägervereins "Kinder in Wien" (KIWI), der sich direkt neben dem geplanten Mega-Laufhaus befindet. Von dem geplanten Rotlicht-Etablissement habe man aus den Medien erfahren, hieß es vom Verein gegenüber dem "Kurier". KIWI will alle möglichen rechtlichen Schritte ausnutzen, um dagegen vorzugehen.

Grundsätzlich erlaubt

"Wir werden den Dialog mit den Verantwortlichen im Bezirk sowie den Eigentümern suchen", heißt es von den Kindergartenbetreibern. Denn grundsätzlich ist ein Laufhaus neben einem Kindergarten gesetzlich erlaubt. Seit dem 1. November 2011 sind für Rotlichtlokale keine 150 Meter weiten Schutzzonen mehr vorgeschrieben.

"Dabei ist auch darauf Bedacht zu nehmen, dass die Wahrnehmbarkeit der Anbahnung durch die Öffentlichkeit, insbesondere durch Kinder und Jugendliche, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse ein zumutbares Ausmaß nicht übersteigt", heißt es im Gesetz.

"Jede Karaoke-Bar ist unangenehmer"

Laut Wolfgang Langer vom Prostitutionsreferat der Polizei hat sich die Abschaffung der 150-Meter-Verbotszone bewährt. "Es hat bisher nie Beschwerden darüber gegeben", wird er vom "Kurier" zitiert. Die Kunden von Prostituierten würden ohnehin darauf achten, keine Aufmerksamkeit zu erregen. "Jede Karaoke-Bar ist unangenehmer in der Nachbarschaft", so Langer.

(red)

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