Kiss verabschieden sich mit einem großen Knall

Bevor sie ihre Kostüme an den Nagel hängen, geht es für die Rock-Opas noch einmal auf große Tour. Am Mittwoch war Wien dran.
Eigentlich hätte ja schon im Jahr 2001 Schuss sein sollen, als Kiss die "Farewell Tour" beendeten. Der Ruhestand hielt nicht lange, schon bald war die Gruppierung um die Gründungsmitglieder Gene "The Demon" Simmons und Paul "Starchild" Stanley wieder auf Tour.

Mit der "End of the Road World Tour" wollen sie sich nun aber wirklich in den Ruhestand verabschieden. Denn, das sagen Simmons (69) und Stanley (67) immer wieder, die Auftritte mit den kultigen Kostümen werden immer anstrengender.

Ein heißer Abend

Am Mittwoch spielten Kiss ihr (mutmaßlich) letztes Konzert in Wien – und boten neben bewährter Kost vor allem eine spektakuläre Bühnenshow. Zu den Klassikern wie dem Blut und Feuer spuckenden Gene Simmons gesellten sich vor allem viele, viele Explosionen sowie Laserstrahlen und Feuersäulen, deren Hitze man sogar einige Meter vor der Bühne spürte.

CommentCreated with Sketch.1 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Generell war die High-Tech-Bühne das Herzstück mit ihren elf beweglichen Oktagon-Bildschirmen, auf denen die Bandmitglieder zum Start der Show von der Decke herabgetragen werden.

Fliegen, grölen, UFOs bekämpfen

Die Inszenierung beherrschen Kiss aber sowieso im Schlaf. Paul Stanley fliegt per Seilbahn über die Köpfe des Publikums hinweg. Gene Simmons grölt viele Meter über der Bühne seinen Vorzeige-Song "God of Thunder".

Drummer Eric "Catman" Singer (61) gibt alles und übersteht trotz absurder Pyrotechnik rund um ihn scheinbar ohne Brandblasen den Abend. Lead-Gitarrist Tommy "Spaceman" Thayer (58) schießt mit Funkenflug aus seiner Gitarre UFOs (LED-Bildschirme) vom "Himmel".

Alles da

"Was wir machen, ist viel bedeutender, als wenn der Papst am Ostersonntag eine Rede hält" hatte Gene Simmons vor dem Start der Europa-Tour gegenüber der deutschen Presse-Agentur gesagt. Ob das stimmt, sei mal dahin gestellt. Unbestritten ist hingegen, dass Kiss jede Menge Hits und den einen oder anderen etwas obskuren Song lieferten.

Unter anderem erfreuten die Rock-Opas mit "Detroit Rock City", "Psycho Circus", "Shout It Out Loud", "Lick it Up", "Crazy Crazy Nights", "I Was Made for Lovin' You" in einer Rock-lastigen Version und natürlich "Rock and Roll All Nite" als großes Finale nach zwei Stunden Best of Kiss.

Ein explosiver Abschied

Das doch schon fortgeschrittene Alter merkte man den Herren mit dem weißen Make-up und den fantasievollen Kostümen übrigens kaum an. Klar, Paul Stanley traf früher die höheren Töne besser und rannte mehr auf der Bühne umher, doch das tat dem Spaß keinen Abbruch. Gene Simmons brachte das Publikum mit seinen Deutsch-Künsten zum Brodeln. Manchmal kann's so einfach sein.

Es wäre wohl falsch zu sagen, Kiss hätten für das letzte Wien-Konzert das Rad neu erfunden. Viele Elemente spielen bereits seit Jahren bei den Live-Auftritten der Band eine Rolle, dennoch wurde die bewährte Kost dank vieler technischer Spielereien neu verpackt. Den großen Abschied hätte man wohl kaum explosiver feiern können. (lu)

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