Klagen gegen Waffen aus dem 3D-Drucker

Erfinder Cody Wilson mit der allerersten ausgedruckten Waffe im Jahr 2013
Erfinder Cody Wilson mit der allerersten ausgedruckten Waffe im Jahr 2013Bild: picturedesk.com

Ab 1. August dürfen sich US-Bürger zu Hause legal Waffen ausdrucken, Baupläne dürfen ins Internet gestellt werden. Jetzt gibt es erste Klagen von Bundesstaaten.

Der US-Bundesstaat Washington klagt die Bundesregierung wegen der Freigabe von Bauplänen für Waffen, die zuhause mit einem 3D-Drucker hergestellt werden können. Und das einen Tag vor der Legalisierung.

Acht weitere Bundesstaaten haben sich der Klage angeschlossen, erklärte Washingtons Generalstaatsanwalt Bob Ferguson – Massachusetts, Connecticut, New Jersey, Pennsylvania, Oregon, Maryland, New York und der District of Columbia. Insgesamt 20 Staaten schickten an das Justizministerium und das Außenministerium einen Protestbrief.

"Die Veröffentlichung dieser Computerdateien zu Schusswaffen bedrohen die nationale Sicherheit und gefährden unsere Bürger," heißt es etwa darin. Die Entscheidung sei "zutiefst gefährlich und könnte eine beispiellose Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit haben", da so auch Personen leicht an Waffen kommen würden, gegen die ein gesetzliches Waffenverbot bestehe.

Ferguson kritisierte, dass durch die Freigabe "Kriminelle und Terroristen Zugang zu herunterladbaren, nicht verfolgbaren und nicht aufspürbaren 3-D-gedruckten Waffen" erhielten.

Langer Rechtsstreit

Ursprünglich hatte der Bastler Cody Wilson 2013 eine Bauanleitung für eine Waffe aus dem 3D-Drucker veröffentlicht. Das Außenministerium ließ sie aber löschen und untersagte weitere Veröffentlichungen; Wilson klagte, da er sein Verfassungsrecht auf freie Meinungsäußerung und das Tragen von Waffen eingeschränkt sah. Im Juni zog die US-Regierung ihre Einwände zurück, offenbar da man davon ausging, den Prozess zu verlieren.

Befürworter von Waffen aus dem 3D-Drucker argumentieren damit, dass sich jetzt ohnehin schon jeder aus legalen Materialien eine Waffe basteln kann; der 3D-Druck sei bloß eine technische Weiterentwicklung. Außerdem gelten solche Waffen als sehr unzuverlässig: Einerseits ist die Treffsicherheit gering, andrerseits gehen sie oft nach wenigen oder sogar nur einem Schuss kaputt.

"Wenn du ein Bandenmitglied in Los Angeles bist, wirst du hergehen und Zehntausende Dollar ausgeben, um einen Drucker zu kaufen und eine Pistole zu drucken, die schlecht funktioniert, oder wirst du einfach irgendwo eine stehlen?", fragt Larry Keane von der Handelsvereinigung National Shooting Sports Foundation. (red)

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