Klasse kämpft gegen Abschiebung von Abdullah

Abdullah mit Gastro-Kollegen
Abdullah mit Gastro-Kollegenprivat
Die ehemalige Klasse von Abdullah kämpft verzagt gegen die Abschiebung des Afghanen: Am 16. März soll er in die Heimat abgeschoben werden.

Die Abschlussklasse 5c der HLW Hollabrunn kämpft gegen die bevorstehende Abschiebung des Ex-Klassenkameraden Abdullah H. (22). Der am Neujahrstag 1999 in Afghanistan geborene Mann war mit nichts nach Österreich gekommen, hatte kaum Schulbildung genossen, biss sich durch, lernte in nur 1,5 Jahren Englisch und Deutsch in Wort und Schrift.

Lehre als Koch/Kellner

In der 2. Klasse entschied sich Abdullah, eine Koch/Kellner-Lehre zu machen, fand eine Lehrstelle in Tirol und lebt aktuell in Mayrhofen.

Bewegender Brief

Mit einem berührenden Brief, der von 21 Ex-Schülern unterzeichnet wurde, skizzieren die jungen Menschen die ausweglose Situation des jungen Afghanen: "Abdullah ist ein ehemaliger Mitschüler und Freund unserer Klasse, welcher aus Afghanistan geflüchtet ist um sich hier, in Österreich ein besseres sowie sicheres Leben aufzubauen. Doch sein Asylbescheid wurde erneut abgelehnt und er muss nun bis zum 16. März 2021 das Land verlassen haben! Abdullah fand 2015 bei uns Zuflucht und bereicherte unsere Klasse mit seiner Anwesenheit und seinem aktiven Engagement."

Lehre in Tirol

Weiter geht das Schriftstück wie folgt: "Bewundernswert ist, dass er in kürzester Zeit die deutsche und englische Sprache sowie Schrift erlernt hat, um eine Lehre in der Gastronomie, in Tirol zu beginnen, obwohl er nie eine Schule in seinem Heimatland besucht hat, nicht die Schrift seiner Muttersprache beherrscht hat, ihm jegliches Allgemeinwissen gefehlt hat. Anfangs etwas schüchtern, doch schlussendlich selbstbewusst, hat er sich mühevoll ein neues, erfüllendes Leben in Österreich aufgebaut und sich perfekt in unsere Gesellschaft eingegliedert. Des Weiteren hat Abdullah sich den Gesetzen und Pflichten Österreichs loyal angepasst und ebenso stets ehrlich und korrekt agiert."

Weiters meint Schriftführerin Nora M.: "Diese stets herrschende Ungerechtigkeit, bezüglich des Themas „Migration“ am Beispiel von Abdullah Hossaini, zeigt, dass Österreich ab sofort humaner handeln muss."

Aus dem Ministerium heisst es, dass Abdullah nicht unter die Ausnahmeregelung für Lehrlinge fällt. Aus gut informierten Kreisen heisst es weiter, dass er nicht mit dem nächsten Charter abgeschoben werden soll.

Auch eine Petition wurde ins Leben gerufen: https://www.petitionen.com/abdullah_soll_weiterhin_in_osterreich_bleiben

Abdullah H.
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