Wenn Starkregen Straßen überflutet, stapeln viele Hausbesitzer Sandsäcke vor der Haustür. Doch zwischen den Säcken entstehen oft Zwischenräume, durch die Wasser eindringt. Forscher der University of Hull haben nun eine überraschend einfache Alternative getestet: Klebeband.
Die Wissenschaftler klebten die Fugen rund um Türrahmen ab - und erzielten damit deutlich bessere Ergebnisse als mit der klassischen Sandsack-Methode. Im eigens eingerichteten Hochwasserschutz-Labor wurden mehrere Klebebandarten, Sandsäcke und mobile Barrieren verglichen.
Flexible Dichtungsbänder aus synthetischem Kautschuk reduzierten den Wassereintritt um 99 Prozent, heißt es auf forschung-und-wissen.de. Breites Duct Tape erreichte 97 bis 98 Prozent. Selbst das schwächste Klebeband schnitt mit 80 Prozent Reduktion noch besser ab als Sandsäcke, die maximal 70 Prozent schafften.
Die Forscher testeten sechs Türtypen bei Wasserständen bis zu 60 Zentimeter. Ein entscheidendes Detail: Klebeband, von außen aufgetragen, funktioniert deutlich besser als von innen. Der Wasserdruck drückt das Band gegen die Tür, statt es abzulösen.
Auch die Öffnungsrichtung spielt eine Rolle: Nach außen öffnende Türen ließen bereits ohne Schutz 74 Prozent weniger Wasser durch als nach innen öffnende Modelle. Für die Abdichtung brauchte man im Test nur zehn bis zwanzig Minuten.
Die britischen Wissenschaftler betonen allerdings: Klebeband ersetzt keinen professionellen Hochwasserschutz. Bei extremen Überflutungen, starker Strömung oder Wassereintritt über Fenster und Keller stößt die Methode an ihre Grenzen. Als schnelle Hilfe bei angekündigtem Starkregen und niedrigen Wasserständen könnte sie aber wertvolle Dienste leisten.