Boxer Shota K. (20) stieg nicht nur in den Ring sondern mit zwei Komplizen (36, 28 Jahre) auch in mindestens 20 Erdgeschoss-Wohnungen in Wien ein. Am Dienstag (19.12.) war die erste Runde vor Gericht in Wien. Dabei setzte es schwere Vorwürfe. Laut Staatsanwaltschaft kamen die drei Angeklagten gezielt aus dem Ausland nach Wien, um hier Einbrüche zu begehen.
Ob Playstation, Laptop, Elektrogeräte oder sogar Parfüm: Mitgenommen wurde alles, was zu Geld gemacht werden konnte. In den meisten Fällen ließen die Verdächtigen aber Schmuck, Bargeld und Goldmünzen mitgehen. Die Beute war in hier oft über 10.000 Euro wert. In einer Wohnung in der Siebenbürgenstraße sollen sie sogar Schmuck und Goldmünzen im Wert von über 30.000 Euro gestohlen haben. Der Gesamtschaden beträgt mindestens 160.000 Euro. Die Bande hatten einen Trick wie aus einem James-Bond-Film im Programm: Vor ihren Coups brachte das Trio angeblich Klebefäden an den Eingangstüren an, um zu überprüfen ob die Wohnungen bewohnt sind bzw. betreten werden.
Aufgrund einer Häufung von ähnlichen Einbrüchen in Wien-Donaustadt und Liesing, legten sich Kripo-Beamte Ende Mai in der Gegend auf die Lauer. Dabei kamen sie den Verdächtigen auf die Spur – sie wurden observiert. Die Georgier fuhren laut Ermittlern im Taxi und mit Uber zu den Tatorten, wurden beim Einschlagen von Glastüren und dem Auskundschaften von Wohnungen beobachtet. Die Männer wurden festgenommen. Auf ihren Handys fanden sich Fotos von Diebesgut.
Nachdem das Trio in Haft war, gab es keine derartigen Einbrüche mehr. Die Angeklagten zeigten sich aber nicht kooperativ, sagten nichts zu den Vorwürfen der Anklagebehörde. "Die Staatsanwaltschaft versucht meinen Mandanten hier zahlreiche ungelöste Einbruchsdiebstähle zu unterstellen. Überwiegend handelt es sich um Fakten die vor der Einreise der Angeklagten liegen und kein objektivierbares Beweiseergebnis deutet auf meine Mandanten hin", so Verteidiger Florian Kreiner. Der Prozess wurde am Dienstag vertagt, ein Urteil soll erst im neuen Jahr fallen.