Schwere Vorwürfe gegen die Leiterin einer Krabbelstube in Salzburg: Die Frau soll mehreren Kleinkindern "körperliche und seelische Qualen zugefügt" zuhaben. Wie die "Salzburger Nachrichten" (SN) berichten, hat die Staatsanwaltschaft beim Landesgericht einen Strafantrag wegen des Vorwurfs des "Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen" eingebracht.
Der Beschuldigten werden demnach zwischen Herbst 2019 und Herbst 2022 vier Fälle vorgeworfen. Die betroffenen Kinder waren damals zwischen ein und drei Jahre alt. So soll sich die Leiterin im September 2019 mit dem Körper auf ein schlafunwilliges Kind derart gestützt haben, dass sich dieses "bis zur Aufgabe des Widerstands nicht mehr bewegen habe können".
Einen Buben ließ die Frau laut Staatsanwaltschaft eine Woche lang hungern, weil dieser kein Gemüse essen wollte. Das Kind erhielt täglich nur einen bodenbedeckt mit Suppe gefüllten Teller. Ein Mädchen, dass mangels Appetit nicht essen wollte, soll die Krippen-Leiterin wiederum fixiert haben, "indem sie das Lätzchen mit dem Teller am Tisch beschwert" habe, so die "SN". Dann soll sie das Kind als "Dramaqueen" beschimpft und zum Weiteressen aufgefordert haben. Als das Mädchen die Nahrung wieder heraufwürgte, schob ihr die Angeklagte den Teller wieder hin.
Beim vierten Vorfall soll die Leiterin einen Buben heftig am Arm von einem Sofa heruntergerissen haben. Als dieser zu weinen begann und sich an eine andere Betreuerin wenden wollte, soll die Frau den Weg blockiert und das Kleinkind angeherrscht haben: "Die hilft dir jetzt auch nicht."
Den Fall ins Rollen brachte eine Ex-Mitarbeiterin mit einer Anzeige im Dezember 2022. Bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die Beschuldige gegenüber den "Salzburger Nachrichten" die Vorwürfe zurückgewiesen: "Sie sind völlig haltlos. Ich behandle die Kinder so, wie es sich gehört." Ein Prozesstermin steht noch nicht fest – es gilt die Unschuldsvermutung.