Weltcup-Abfahrt

Klima-Aktivist wirft Olympiasieger in ÖSV-Quali raus

Klima-Aktivist Julian Schütter ist bei der ersten Abfahrt in Beaver Creek am Start. Nach der Trainer-Kritik wächst der Druck auf ihn.

Sport Heute
Klima-Aktivist wirft Olympiasieger in ÖSV-Quali raus
Julian Schütter qualifizierte sich durch das Training für den Kader.
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Kaum ein Skifahrer polarisiert in den letzten Wochen und Monaten so wie Julian Schütter. Der 25-Jährige ist bekennender Klima-Aktivist, will den Skisport als Bühne nutzen. Auftritte in TV-Shows, Teilnahmen an Klima-Workshops in Paris oder zweiseitige Berichte in der Zeitung - der ÖSV-Abfahrer weiß sich in Szene zu setzen.

In der internen Qualifikation des Ski-Verbands setzte er sich im zweiten Abfahrtstraining als 49. knapp vor Christian Walder, Christoph Krenn, Kombi-Olympiasieger Johannes Strolz und Andreas Ploier durch, ist aber noch weit von den Top-Stars des Weltcups entfernt. Nach seinem Kreuzbandriss in Kitzbühel im Jänner 2023, ist es der erste Weltcup-Start. Der Steirer macht kein Geheimnis daraus, dass die Rolle als ÖSV-Athlet als Sprachrohr für Klimaaktivisten nutzt.

Der 49. Platz reichte für Julian Schütter.
Der 49. Platz reichte für Julian Schütter.
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"Der Spiegel hat eine Doppelseite über mich gemacht. Für mich persönlich ist das ein riesiger Erfolg. Auf das bin ich sehr stolz. Für mich hat das einen Stellenwert wie ein Stockerl im Weltcup", sagte der 25-Jährige. Speed-Boss Sepp Brunner warnte den Klima-Aktivisten, der nach seiner Verletzung den Sport vernachlässigte: "Anstatt eine seriöse Reha zu machen, hat er das Thema Klimaschutz in meinen Augen zu stark forciert. Meines Wissens ist er für einen Vortrag über den Umweltschutz viermal nach Paris gefahren. So hat er mindestens einen Monat Zeit verloren, welche für seine Zukunft als Skirennfahrer so wichtig gewesen wäre."

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    Nach dem Kreuzbandriss auf der Streif ist Schütter jetzt wieder im Ski-Zirkus angekommen. Auf der "Birds of Prey" in Beaver Creek hat er nun die Chance, auch durch seine sportlichen Leistungen auf sich aufmerksam zu machen.

    Klimaaktivitäten sind ÖSV-Boss egal

    Der Cheftrainer des ÖSV, Marko Pfeifer, ist überzeugt vom Talent von Schütter. Pfeifer suchte schon vor der Rückkehr des Steirers den Dialog mit dem Rennfahrer: "Ich habe mit ihm auch über seine Klimaaktivitäten geredet und ihm versichert: Ich messe dich rein am Sportlichen. So lange du dich gegen den Verband und das Team nicht negativ äußerst, ist mir das egal."

    Mit der Qualifikation für die erste Abfahrt der Saison kommt Schütter seinem Ziel wieder einen Schritt näher: Er will durch den Ski-Sport Aufmerksamkeit für die Klimadebatte erregen.

    red
    Akt.
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