HeuteForFuture-award

Klimafreundliche Wärmeversorgung für Gemeinde Forchach

Die Klima- und Energiemodellregion Gemeinde Forchach setzt auf klimafreundliche Wärmeversorgung der gemeindeeigenen Gebäude.
Irma Basagic
18.08.2023, 11:25
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PROJEKTNAME: Klimafreundliche Wärmeversorgung der Gemeindegebäude mittels Nahwärmenetz und Hackschnitzel
PROJEKTTRÄGER: Gemeinde Forchach
KATEGORIE: Gemeinde/Städte
THEMENBEREICH: Energie
TEILNEHMERZAHL: 5
PROJEKTSTART: 2021
STATUS: Abgeschlossen
REGION: Forchach/Tirol
INSTITUTIONALISIERT ALS: In die Verwaltung integriert
WIRKUNGSFELD: Ein kleiner lokaler Bereich
WEB: https://kem-lechtal-reutte.at/

Darum geht es beim Projekt "Klimafreundliche Wärmeversorgung der Gemeindegebäude mittels Nahwärmenetz und Hackschnitzel"

Die KEM-Gemeinde Forchach versorgt mehrere gemeindeeigene Gebäude (Gemeindeamt, Volksschule, Kindergarten und das neue Dorfzentrum) mit einem Hackschnitzelkessel. Mit der Entscheidung, auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung der gemeindeeigenen Gebäude mittels Nahwärmenetz zu setzen, hat die Gemeinde ein für unsere Region vorbildliches Projekt verwirklicht.

Dieses kann als zukunftsweisendes Musterbeispiel herangezogen werden. Die Gemeinde geht damit mit sehr gutem Beispiel voran und zeigt auf, wie der Umstieg auf fossilfreie Energieträger bei der Wärmeerzeugung funktionieren kann. Durch das von der KEM initiierte Austauschtreffen mit den KEM-Gemeinden kann das Leuchtturmprojekt zur Nachahmung genutzt werden.

Entschluss zum Ausbau des Wärmenetzes gefasst. Ein weiterer Pluspunkt für die Umsetzung dieses Vorhabens war der Produktionsstart von regionalen Hackschnitzel durch einen Betrieb in der eigenen Gemeinde.

Im Rahmen der Projektabwicklung ist die Zusammenarbeit zwischen der damals neu gegründeten KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte, der KEM-Gemeinde Forchach und der Regionalentwicklung Außerfern zu erwähnen. Durch die gute Abstimmung zwischen den Stakeholder*innen und sehr gute Vorarbeit konnte das Projekt rasch umgesetzt werden.

Die Förderung der KEM Holzheizung war ein wichtiger Impuls für die Gemeinde zur Realisierung und zeigte neben der fachlichen Unterstützung durch das KEM-Management auch den förderungstechnischen Vorteil der Teilnahme an der KEM auf.

Andere Gemeinden in der KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte haben ebenfalls Interesse einer Nahwärmeanlage bekundet. Diese potenziellen Nachahmungsprojekte werden durch Machbarkeitsstudien geprüft. Das Projekt hat neben den positiven Effekten der Vorbildwirkung der Gemeinde auf die Bevölkerung und der Reduktion der Treibhausgasemissionen eine Effizienzsteigerung des Hackschnitzelkessels bewirkt.

Dieser kann durch die Versorgung des zusätzlichen Gebäudes "Gemeindezentrum" in einem effektiverem Wirkungsgradbereich betrieben werden (anstelle des niedrigeren Wirkungsgrades in Teillast). Dadurch wird nur ein geringer Mehranteil an Hackschnitzel für die Versorgung eines weiteren Gebäudes benötigt.

Im Sinne der kurzen Wege und des Nachhaltigkeitsaspektes muss bei den Nachahmungsprojekten auf möglichst kurze Transportwege sowie die Herkunft des Energieträgers geachtet werden. Nur so kann eine klimafreundliche Wärmeversorgung wie in der KEM-Gemeinde Forchach sichergestellt werden.

Des Weiteren müssen geringe Distanzen zwischen den zu versorgenden Gebäuden bestehen, um die Wärmeverluste der Leitungen so gering wie möglich zu halten.

Heute For Future-Award im Gespräch mit Florian Striegl von KEM Lechtal-Reutte

Was zeichnet das Projekt aus bzw. wie unterscheidet es sich von anderen?

Als Energieträger kommt ein regionales Hackgut zum Einsatz, welches zuvor von einem Forchacher Betrieb gehackt und durch eine Solarthermieanlage getrocknet wurde. Dadurch ergeben sich fast vernachlässigbar kurze Transportwege.

Die Holzmengen werden aus der unmittelbaren Umgebung beziehungsweise aus der Region bezogen. Dabei handelt es sich um nahezu ausschließlich Waldhackgut.

Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein, dass Ihr Projekt anderswo nachgemacht werden könnte?

Es braucht unter anderem ausreichend Brennholzmengen und Waldhackgut in der betreffenden Gemeinde. Darüber hinaus sind kurze Wege zum Betrieb, der die Hackschnitzel liefert, wichtig sowie ein kompakter Dorfkern bzw. nahe beieinander liegende Gemeindegebäude.

Haben Sie sich am Beginn Ihres Projektes an einem anderen Modellprojekt orientiert?

Nein.

Ist Ihr Projekt bereits in anderen Regionen nachgemacht worden? 

Nein.

Glauben Sie, dass Ihr Projekt auch anderswo durchgeführt werden könnte?

Ja, auch im Ausland.

Was sollte geschehen, damit Ihre praktische Arbeit erleichtert wird? Wer sollte aktiv werden?

Die KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte organisiert momentan mit der Gemeinde Forchach ein Austauschtreffen, bei welchem das Projekt den anderen Gemeinden im Bezirk Reutte vorgestellt wird.

Es gibt bereits Gemeinden, die großes Interesse bekundet haben und das Nahwärmenetz inkl. klimafreundlicher Holzheizung nachahmen wollen.