Österreicher ist Teuerungskampf wichtiger als Klimaschutz

Die Mehrheit der Österreicher will die Klimaschutzauflagen verschieben. 
Die Mehrheit der Österreicher will die Klimaschutzauflagen verschieben. Mirjam Reither / picturedesk.com
Der Klima- und Umweltschutz muss sich derzeit hinten anstellen. Den Österreichern ist der Kampf gegen die Teuerungen wichtiger. 

Die Teuerungen machen den Bürgerinnen und Bürger derzeit mächtig zu schaffen. Der Kampf für eine bessere Lage bei den Preisen überlagert derzeit viele andere Themen, so auch den Klimaschutz. Wenn es nach einer Mehrheit der Österreicherinnen und Österreichern geht, sollen Klimaschutzmaßnahmen zudem verschoben werden, um der Teuerung entgegenzuwirken. 

Meinungsforscher Hajek befragte die Bevölkerung 

Der Beginn des grünen Prestigeprojekts CO₂-Steuer dürfte aufgrund der hohen Inflationsrate und den hohen Energiekosten auf Oktober verschoben werden. Eine vom Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführte Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit mit der Verschiebung einverstanden ist. 

Hajek fragte demnach im Auftrag des Fernsehsenders ATV 800 Personen "Stimmen Sie folgender Aussage sehr, eher, weniger oder gar nicht zu? Um der Teuerung in Österreich entgegenzuwirken, dürfen Klimaschutzauflagen auch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.“

Die Mehrheit der Befragten (57 Prozent), repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, spricht sich für eine Verschiebung der Klimaschutzauflagen aus. 37 Prozent würden einer Verschiebung "sehr", 20 Prozent "eher" zustimmen. Über ein Drittel der Befragten steht einer Verschiebung kritisch gegenüber: 36 Prozent der Befragten möchten die Klimaschutzauflagenaufgrund der Teuerung nicht verschieben und stimmen "weniger" (16 Prozent) bzw. "gar nicht" (20 Prozent) zu. Sieben Prozent der Befragten haben keine Meinung in dieser Frage.

Unter den Wählergruppen gibt es große Unterschiede: Während sich die Mehrheit von 79 Prozent der FPÖ-Wähler:innen "sehr" oder "eher" für eine Verschiebung der Klimaschutzauflagen ausspricht, stimmen dieser 76 Prozent der Grün-Wähler:innen "weniger" oder "gar nicht" zu. Auch unter den Altersgruppen zeigt sich ein Unterschied. 61 Prozent der über 60-Jährigen stimmen einer Verschiebung "eher" oder "sehr" zu, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es nur 44 Prozent.

Klimaschutz bleibt "Schönwetter-Thema"

Hajek zeigt sich von der Ergebnissen wenig überrascht. Laut ihm sei Klima- und Umweltschutz nach wie vor, ein "Gut-Wetter-Thema". So würde es der Mehrheit nur dann um Klimaschutz gehen, wenn auch die wirtschaftliche Lage gut sei. Hajek merkt an, dass der Gedanke "Geht es dem Klima gut, wird es uns Menschen – auch ökonomisch – gut gehen", noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen ist. 

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