Kaffee gehört zu den beliebtesten Heißgetränken der Welt - und ist für viele Menschen ein unverzichtbares Genussmittel. Doch seine Zukunft scheint ungewiss: Der Klimawandel setzt dem Kaffeeanbau massiv zu.
Nahezu der gesamte weltweit konsumierte Kaffee - zehn Millionen Tonnen jährlich - stammt von nur zwei Pflanzenarten: dem kräftigen Robusta und dem hochwertigeren Arabica. Beide sind anfällig für die Folgen des Klimawandels.
Wie Spektrum der Wissenschaft berichtet, bricht die Arabica-Ernte schon bei einem Anstieg der Durchschnittstemperatur um wenige Grad stark ein. Robusta wiederum benötigt enorme Mengen Wasser - bei Trockenheit sinken die Erträge deutlich.
Wissenschaftler rund um den Globus arbeiten mit Hochdruck daran, die Kaffee-Ernten zu sichern. Sie experimentieren mit verwandten Pflanzenarten, die Hitze und Trockenheit besser vertragen. Der Botaniker Aaron Davis von den Royal Botanic Gardens in London hat 134 wilde Kaffee-Arten dokumentiert.
Einige davon könnten künftig interessant werden. Eine Kreuzung namens "Libex" ist für Experten kaum von Arabica zu unterscheiden - trotz deutlich besserer Widerstandsfähigkeit gegen Klimaextreme.
Das Problem betrifft nicht nur Kaffeetrinker: Mehr als 100 Millionen Menschen weltweit verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau, der Ernte oder dem Verkauf von Kaffee. Besonders Kleinbauern werden unter den Folgen leiden.
In Äthiopien, der Heimat des Arabica-Kaffees, hat die Regierung bereits Schutzgebiete eingerichtet. Über 12.000 Arabica-Pflanzen werden dort kultiviert, um die genetische Vielfalt zu bewahren - in der Hoffnung, daraus klimaresistente Sorten züchten zu können.