Die Hitzewellen der letzten Jahre haben eine Branche in den Fokus gerückt, die früher eher im Verborgenen arbeitete: die Kältetechnik. Ob Klimaanlagen, Kühlsysteme für Rechenzentren oder Wärmepumpen - überall werden Fachkräfte dringend gesucht.
Betroffen sind verschiedene Berufsgruppen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Kälteanlagenbauer und Mechatroniker für Kältetechnik montieren die Anlagen direkt vor Ort. Bei größeren Projekten braucht es spezialisierte Fachplaner, und im laufenden Betrieb sind Mitarbeiter im Facility Management gefragt.
Während der jüngsten Hitzewelle waren kurzfristig kaum noch Termine verfügbar, wie es bei Focus Online heißt. Die Kapazitäten seien schnell ausgeschöpft gewesen. Fest installierte Splitanlagen mit Innen- und Außeneinheit müssen vom Fachhandwerk montiert werden - mobile Geräte aus dem Baumarkt reichen vielen nicht mehr.
Ein Alltag ohne Kältetechnik sei heute kaum mehr vorstellbar, erklärt Kältetechniker Uwe Franzke. Ob Rechenzentren, Mikroelektronik, Gesundheitswesen, Lebensmittelindustrie oder der Gebäudebereich - überall sei die Technik unverzichtbar.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz. Das benötigte Fachwissen wird immer komplexer. Einen spürbaren Anstieg an Bewerbern sieht Franzke derzeit noch nicht - klar sei aber: Das Handwerk werde auch in Zeiten von KI unverzichtbar bleiben.
Die Stimmung in der Branche ist positiv, die Auftragsbücher gut gefüllt. Das Arbeitspensum ist hoch, die Betriebe stark ausgelastet. Der Klimawandel spielt dabei eine zentrale Rolle - sowohl als Ursache für den wachsenden Kühlbedarf als auch als Treiber für neue, energieeffiziente Technologien.
Neben dem steigenden Bedarf an Kühlung sorgen auch der Ausbau von Wärmepumpen und verschärfte Anforderungen an energieeffiziente Gebäudetechnik für eine wachsende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Wer eine Ausbildung in diesem Bereich anstrebt, hat gute Zukunftsaussichten.