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Klitschko-Ehefrau: "Jeder Tag könnte sein letzter sein"

Täglich schickt Natalia Klitschko ihrem Mann Vitali, dem Bürgermeister von Kiew, eine Nachricht. Immer in der Hoffnung, dass er sich zurückmeldet. 

Alexandra Hofbauer
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Vitali Klitschko in Militärmontur.
Vitali Klitschko in Militärmontur.
picturedesk.com

Bei ihrem TV-Auftritt bei Markus Lanz trägt Natalia Klitschko (48) schwarz, die Farbe der Trauer. In der ZDF-Talkshow berichtet sie, dass ihre Mutter, ihre Schwester und ihr Neffe fliehen konnten und mittlerweile bei ihr in Hamburg leben. Die 48-Jährige sieht müde und erschöpft aus.

Die Sorge um ihre Familie sei trotzdem immer präsent. Neben ihrem Ehemann Vitali und seinem Bruder Wladimir ist auch ihr Neffe in der Ukraine, um zu kämpfen. "Er ist dort mit seiner Frau und seiner fünfjährigen Tochter", sagt Natalia. Sie würden oft miteinander telefonieren, um zu erfahren, ob sie noch am Leben seien.

Vitali und Wladimir stehen auf den Todeslisten ganz oben

Die Frau des Ex-Boxers erzählt von den gemeinsamen Kindern, sie würden jeden Tag nach ihrem Vater, Vitali Klitschko, fragen. Als sie das erzählt, werden ihre Augen feucht. Jeden Tag bekomme sie eine Nachricht von ihrem Ehemann. "Du weißt, dass du schon am nächsten Tag eine ganz andere Nachricht erhalten kannst. Es ist Krieg. Ich habe noch Hoffnung. So, wie die anderen Frauen, die mit den Kindern das Land verlassen haben und deren Männer im Land bleiben, um zu kämpfen. Alle haben Sorgen, aber alle haben auch Hoffnung", führt Natalia Klitschko aus.

Markus Lanz spricht auch die Todeslisten an, auf der unter anderem der ukrainische Präsident Wlodymyr Selenskyj steht. Auch Natalia weiß davon: "Das weiß ich ganz genau. Sie stehen natürlich ganz ganz oben auf den Listen. Das einzige was bleibt, ist Hoffnung. Ich weiß, dass sie die Stadt niemals verlassen und an Russland geben werden. Sie werden kämpfen. Davor habe ich höchsten Respekt. Sie sind Helden."

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    Ukrainischen Angaben zufolge laufen Militäreinsätze, um russische Einheiten aus den Dörfern rund um Kiew zurückzudrängen.
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    SERGEI SUPINSKY / AFP / picturedesk.com