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Klitschko: "Natürlich will ich Putin K.o. schlagen"

Box-Weltmeister, Bürgermeister von Kiew – jetzt mitten im Krieg. Vitali Klitschko erlebt schwere Zeiten. Er spricht über die Lage in der Ukraine.
Heute Redaktion
20.02.2023, 08:42
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Die Karriere von "Dr. Eisenfaust" ist wohl einmalig. Als Boxer stand Klitschko 47 Mal im Ring, er siegte 45 Mal, 41 Mal durch K.o. Seit 2014 ist der heute 51-Jährige Bürgermeister von Kiew. Im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine erlebt er wie seine Mitbürger schwere Zeiten durch und berichtet, wie er die Situation in der ukrainischen Hauptstadt erlebt. 

Die Nachricht vom Beginn des russischen Angriffs erreichte ihn zu Hause. "Ich habe um halb vier Uhr morgens den Anruf bekommen, dass es losgeht, dass die Russen unsere Grenze überquert haben und es auch Luftangriffe gibt", erklärt der 2,01-Meter-Riese der "Bild am Sonntag". "Ich habe mit meinem Team und Abgeordneten telefoniert. Es war klar: Wir müssen jetzt alles tun, um die Stadt zu verteidigen. Alle sind dann sofort ins Rathaus gekommen, um die Lage zu besprechen. Natürlich habe ich auch meine Mutter sofort angerufen, dass sie zu Hause bleiben soll."

Besonders zu Beginn des Krieges stand Kiew im Fadenkreuz der Russen. Klitschko harrte mit seinen Landsleuten aus. "Für mich war klar: Ich habe hier als Bürgermeister einen Job, ich muss bleiben, weil ich das den Menschen in Kiew schuldig bin. Und weil ich mein Land über alles liebe." Unterstützung gab es für ihn von familiärer Seite: "Zum Glück war mein Bruder Wladimir immer an meiner Seite, das war sehr wichtig. Dann haben wir einfach funktioniert."

Im Boxring musste Klitschko keinen Gegner fürchten. Doch der Angriff Russlands brachte auch ihm Todesangst: "Es gab sehr gefährliche Momente. Wir waren von Anfang an auch immer wieder bei den Soldaten an der Front, die war ja nur 15 Kilometer vom Zentrum entfernt. Da gab es ständig Explosionen. Und wir wussten, dass Terror-Gruppen in der Stadt waren, die gezielt Jagd gemacht haben."

Obwohl Klitschko als prominenter Politiker auf russischen Todeslisten stehen soll, hat er kein Testament gemacht: "Ich bin sicher, dass ich dafür noch sehr viel Zeit habe." Ob er Russland-Machthaber Wladimir Putin gerne K.o. schlagen würde, wie er es als Boxer mit vielen Gegner im Ring getan hatte? "Natürlich würde ich Putin gerne k. o. schlagen, aber das ist doch nur Fantasie. Putin erlebt seinen persönlichen K. o. derzeit an der Front, wo unsere Soldaten heldenhaft kämpfen und einer der vermeintlich stärksten Armeen der Welt immer wieder schwere Niederlagen verpassen. Die ukrainischen Soldaten sind Helden!"

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